(Röcken bei Lützen 1844-1900 Weimar) : Philosoph, Klassischer Philologe
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Nicai, Nietzsche, Friedrich Wilhelm
Themengebiete (2)
- Namen-Index › Westen
- Philosophie › Europa › Deutschland
Chronologische Einträge (87)
| Jahr | Text | Verknüpfte Daten |
|---|---|---|
| 1869-1908 |
Friedrich Nietzsche : Zitate über Buddhismus und ChristentumFragmente I (1869-1871)Heft (1870-1871)Der Verehrungstrieb als Lustempfindung am Dasein schafft sich ein Objekt.Wo diese Empfindung fehlt -…
Friedrich Nietzsche : Zitate über Buddhismus und Christentum
Fragmente I (1869-1871) Heft (1870-1871) Der Verehrungstrieb als Lustempfindung am Dasein schafft sich ein Objekt. Wo diese Empfindung fehlt - Buddhismus. Buddha übergab sich den dramatischen Vorstellungen, als er mit seiner Erkenntnis durchgedrungen war: ein Schlußsatz… Das siebente Gebot Buddha's an seine Jünger ist - sich öffentlicher Schauspiele zu enthalten… Buddha: "lebt ihr Heiligen, indem ihr eure guten Werke verheimlicht und eure Sünden sehen laßt“… Wir haben es Buddha nachzumachen, der die Weisheit der Wenigen nahm und davon einen Theil zum Nutzen der Menge ausprägte. Mappe mit losen Blättern (1871) Und was sollen wir vor allem von den Griechen lernen? Durch unsere Philosophie nicht zum thatlosen Ausruhen, durch unsere Musik nicht zu orgiastischen Wesen zu werden? Vor dem Buddhaismus soll uns die Tragödie, vor dem Musikorgiasmus ebenfalls der Mythus in der Tragödie retten… Sonderbare Erzählung über Buddha, der in der Feier des Frühlingsanfanges, da mit dem zugleich der siegreiche Kampf des Stifters der Lehre gegen die falschen Lehren überhaupt festlich begangen wird ---. Hier gibt er sich dramatischen Vorstellungen hin. Priester in orgiastischer Trunkenheit und Ausgelassenheit: Buddha selbst über seine Erlösung unzähliger Menschen, acht Tage lang weltliche Ergötzungen. "Rad Wasserblase, hohle Bogenlinie." Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872) Mit diesem Chore tröstet sich der tiefsinnige und zum zartesten und schwersten Leiden einzig befähigte Hellene, der mit schneidigem Blicke mitten in das furchtbare Vernidhtungstreiben der sogenannten Weltgeschichte, eben so wie in die Grausamkeit der Natur geschaut hat und in Gefahr ist, sich nach einer buddhaistischen Verneinung des Willens zu sehnen. Ihn rettet die Kunst, und durch die Kunst rettet ihn sich - das Leben. Fragmente II (1872-74) Mappe : Aufzeichnungen zu "Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen", Aufzeichnungen zu "Über Wahrheit und Lüge" (1872-1873) Dreierlei nicht mit Parmenides Seinslehre zu verwechseln: 1) die Frage: können wir einen Inhalt im Denken finden, der im Sein ist? 2) die primären Eigenschaften, im Gegensatz zu den sekundären 3) Konstitution der Materie. Schopenhauer. 4) Keine buddhaische Traumphilosophie. Unzeitgemäße Betrachtung (1873-1876) Die Frage aber: sind wir noch Christen? verdirbt sofort die Freiheit der philosophischen Betrachtung und färbt sie in unangenehmer Weise theologisch; überdies hat er dabei ganz vergessen, daß der grössere Theil der Menschheit auch heute noch buddhaistisch und nicht christlich ist… Jeder Mensch pflegt in sich eine Begrenztheit vorzufinden, seiner Begabung sowohl als seines sittlichen Wollens, welche ihn mit Sehnsucht und Melancholie erfüllt; und wie er aus dem Gefühl seiner Sündhaftigkeit sich hin nach dem Heiligen sehnt, so trägt er, als intellectuelles Wesen, ein tiefes Verlangen nach dem Genius in sich. Hier ist die Wurzel aller wahren Kultur; und wenn ich unter dieser die Sehnsucht der Menschen verstehe, als Heiliger und als Genius wiedergeboren zu werden, so weiss ich, daß man nicht erst Buddhaist sein muss, um diesen Mythus zu verstehen… Es ist gar nicht zu bestimmen, wie frühzeitig Schopenhauer dieses Bild des Lebens geschaut haben muss, und zwar gerade so wie er es später in allen seinen Schriften nachzumalen versuchte; man kann beweisen, daß der Jüngling, und möchte glauben, daß das Kind schon diese ungeheure Vision gesehn hat. Alles, was er später aus Leben und Büchern, aus allen Reichen der Wissenschaft sich aneignete, war ihm beinahe nur Farbe und Mittel des Ausdrucks; selbst die Kantische Philosophie wurde von ihm vor Allem als ein außerordentliches rhetorisches Instrument hinzugezogen, mit dem er sich noch deutlicher über jenes Bild auszusprechen glaubte: wie ihm zu gleichem Zwecke auch gelegentlich die buddhaistische und christliche Mythologie diente. Für ihn gab es nur Eine Aufgabe und hunderttausend Mittel, sie zu lösen: Einen Sinn und unzählige Hieroglyphen, um ihn auszudrücken. Fragmente III (1874-1876) Mappe loser Blätter : Notizen zu 'Wir Philologen' ; Vorarbeit zu 'Richard Wagner in Bayreuth'. Gehet hin und verbergt eure guten Werke und bekennt vor den Leuten die Sünden, die ihr begangen. Buddha. Es sind Elemente da in Wagner, die reaktionär erscheinen: das Mittelalterlich-christliche, die Fürstenstellung, das Buddhaistische; das Wunderhafte… Wenn nun Wagner bald den christlich-germanischen Mythus, bald Schiffahrer-Legenden, bald buddhaistische, bald heidnisch-deutsche Mythen, bald protestantisches Bürgerthum nimmt, so ist deutlich, daß er über der religiösen Bedeutung dieser Mythen frei steht und dies auch von seinen Zuhörern verlangt; so wie die griechischen Dramatiker darüber frei standen und schon Homer. Heft (1875) : Der Werth des Lebens von E. Dühring 1865 Und so geht die unverschämte Schimpferei vor; darin kommt vor: "die Entwurzelung alles Großen und Edlen, die Verhöhnung und Anfeindung aller humanen Empfindungen und Gefühle" -; "im Bunde mit der Ausschweifung und der abgestumpften Ausgelebtheit" -"geht eine vermeinte Philosophie dann kühn daran, den Haß des Lebens und des Lebendigen auszusäen." Nun denke man dabei einmal an Buddha und Christus usw.! Fragmente IV (1877-1879) Mappe loser Blätter (1876-1877) Wie wenig geforderte Liebe überhaupt zu bedeuten hat, namentlich aber eine Liebe dieser indirekten Art, wie die christliche Nächstenliebe, das hat die Geschichte des Christenthums bewiesen: welche im Gegensatz zu den Folgen der buddhaistischen, reissenden Moral durchweg gewaltsam und blutig ist. Menschliches, Allzumenschliches (1878-1880) Bd. 1 : 9. Hauptstück : Der Mensch mit sich allein Die religiös strengen Menschen, welche gegen sich selber unerbittliche Richter sind, haben zugleich am meisten Uebles der Menschheit überhaupt nachgesagt: ein Heiliger, welcher sich die Sünden und den Anderen die Tugenden vorbehält, hat nie gelebt: ebensowenig wie jener, welcher nach Buddha's Vorschrift sein Gutes vor den Leuten verbirgt und ihnen sein Böses allein sehen läßt. Fragmente V (1880) Notizbuch (1880) Zeichen des nächsten Jahrhunderts: 1) das Eintreten der Russen in die Kultur. Ein grandioses Ziel. Nähe der Barbarei, Erwachen der Künste. Großherzigkeit der Jugend und phantastischer Wahnsinn und wirkliche Willenskraft. 2) die Sozialisten. Ebenfalls wirkliche Triebe und Willenskraft. Association. Unerhörter Einfluß Einzelner. Das Ideal des armen Weisen ist hier möglich. Feurige Verschwörer und Phantasten ebenso wie die großen Seelen finden ihres Gleichen. - Es kommt eine Zeit der Wildheit und Kraftverjüngung. 3) die religiösen Kräfte könnten immer noch stark genug sein zu einer atheistischen Religion á la Buddha, welche über die Unterschiede der Konfession hinweg striche, und die Wissenschaft hätte nichts gegen ein neues Ideal. Aber allgemeine Menschenliebe wird es nicht sein! Ein neuer Mensch muß sich zeigen. - Ich selber bin ferne davon und wünsche es gar nicht! es ist aber wahrscheinlich… Die sittliche Delikatesse und der hohe Geschmack in den Erzählungen von Jesus wird vielleicht von uns nicht abzuschätzen sein, weil wir damit geimpft worden sind, daß hier der höchste Geschmack des Guten sei. Was würde Aristoteles empfinden! Was Buddha! Fragmente VI (1881-1882) Manuskript (1881) Überall wo verehrt, bewundert, beglückt, gefürchtet, gehofft, geahnt wird, steckt noch der Gott, den wir todt gesagt haben - er schleicht sich allerwegen herum und will nur nicht erkannt und bei Namen genannt sein. Da nämlich erlischt er wie Buddhas Schatten in der Höhle - er lebt fort unter der seltsamen und neuen Bedingung, daß man nicht mehr an ihn glaubt. Aber ein Gespenst ist er geworden! Freilich!... An einem jeden Moralsysteme wäre die Menschheit zu Grunde gegangen, wenn im Großen nach ihm gelebt worden wäre - das ist leicht einzusehen: die Menschheit besteht noch vermöge ihrer unüberwindlichen "Unmoralität". Aber, was vielleicht weniger einleuchtet und doch nicht weniger gewiß ist: auch der Einzelne, der nach seinem Glauben vollkommen war als Vollstrecker seines moralischen Willens, ein Jesus, ein Epiktet, ein Zarathustra, ein Buddha, auch ein Solcher hat ebenso nur vermöge der tiefsten und gründlichsten "Unmoralität" gelebt und fortgelebt, so wenig ihm dieselbe ins Bewußtsein getreten ist. Morgenröthe (1881) 1. Buch Wie viel Dichterei und Aberglaube hier auch immer dazwischengelaufen sein mag: die Sätze sind wahr! Einen Schritt weiter: und man warf die Götter bei Seite, - was Europa auch einmal thun muß! Noch einen Schritt weiter: und man hatte auch die Priester und Vermittler nicht mehr nöthig, und der Lehrer der Religion der Selbsterlösung, Buddha, trat auf: - wie ferne ist Europa noch von dieser Stufe der Cultur! 5. Buch Ich liebe die Menschen, welche durchsichtiges Wasser sind und die, mit Pope zu reden, auch "die Unreinlichkeiten auf dem Grunde ihres Stromes sehen lassen." Selbst für sie giebt es aber noch eine Eitelkeit, freilich von seltener und sublimirter Art: Einige von ihnen wollen, daß man eben nur die Unreinlichkeiten sehe und die Durchsichtigkeit des Wassers, die dieß möglich macht, für Nichts achte. Kein Geringerer, als Gotama Buddha, hat die Eitelkeit dieser Wenigen erdacht, in der Formel: "lasset eure Sünden sehen vor den Leuten und verberget eure Tugenden!" Dies heißt aber der Welt kein gutes Schauspiel geben, - es ist eine Sünde wider den Geschmack. Fragmente VI (1881-1882) Die Moral der Ausgewählten oder die freie Moral. Wir als die Erhalter des Lebens. Unvermeidlich entstehend die Verachtung und der Haß gegen das Leben. Buddhismus. Die europäische Thatkraft wird zum Massen-Selbstmord treiben. Dazu: meine Theorie der Wiederkunft als furchtbarste Beschwerung. Wenn wir nicht uns selber erhalten, geht Alles zu Ende. Uns selber durch eine Organisation. Die Freunde des Lebens. Nihilismus als kleines Vorspiel. Unmöglichkeit der Philosophie. Wie der Buddhismus unproduktiv und gut macht, so wird auch Europa unter seinem Einfluß: müde! Heft (1882) Das Ausbrechen ganzer moralischer Strömungen als Korrekturen des Leibes. Was bedeutet Asketismus? Buddhismus und Mönchthum als Herstellung gesunder Leiber (gegen die vernichtenden und schwächenden Affekte). Die fröhliche Wissenschaft (1882) 3. Buch Wo eine tiefe Unlust am Dasein überhand nimmt, kommen die Nachwirkungen eines großen Diätfehlers, dessen sich ein Volk lange schuldig gemacht hat, an's Licht. So ist die Verbreitung des Buddhismus (nicht seine Entstehung) zu einem guten Theile abhängig von der übermäßigen und fast ausschließlichen Reiskost der Inder und der dadurch bedingten allgemeinen Erschlaffung. 5. Buch Der Glaube ist immer dort am meisten begehrt, am dringlichsten nöthig, wo es an Willen fehlt: denn der Wille ist, als Affekt des Befehls, das entscheidende Abzeichen der Selbstherrlichkeit und Kraft. Das heißt, je weniger Einer zu befehlen weiß, um so dringlicher begehrt er nach Einem, der befiehlt, streng befiehlt, nach einem Gott, Fürsten, Stand, Arzt, Beichtvater, Dogma, Partei-Gewissen. Woraus vielleicht abzunehmen wäre, daß die beiden Weltreligionen, der Buddhismus und das Christenthum ihren Entstehungsgrund, ihr plötzliches Um-sich-greifen zumal, in einer ungeheuren Erkrankung des Willens gehabt haben möchten. Und so ist es in Wahrheit gewesen: beide Religionen fanden ein durch Willens-Erkrankung in's Unsinnige aufgethürmtes, bis zur Verzweiflung gehendes Verlangen nach einem "du sollst" vor, beide Religionen waren Lehrerinnen des Fanatismus in Zeiten der Willens-Erschlaffung und boten damit Unzähligen einen Halt, eine neue Möglichkeit zu wollen, einen Genuß am Wollen. Neue Kämpfe. - Nachdem Buddha todt war, zeigte man noch Jahrhunderte lang seinen Schatten in einer Höhle, - einen ungeheuren schauerlichen Schatten. Gott ist todt: aber so wie die Art der Menschen ist, wird es vielleicht noch Jahrtausende lang Höhlen geben, in denen man seinen Schatten zeigt. - Und wir - wir müssen auch noch seinen Schatten besiegen! Räucherwerk. - Buddha sagt: "schmeichle deinem Wohlthäter nicht!" Man spreche diesen Spruch nach in einer christlichen Kirche: - er reinigt sofort die Luft von allem Christlichen... So viel Mißtrauen, so viel Philosophie. Wir hüten uns wohl zu sagen, daß sie weniger werth ist: es erscheint uns heute selbst zum Lachen, wenn der Mensch in Anspruch nehmen wollte, Werthe zu erfinden, welche den Werth der wirklichen Welt überragen sollten, - gerade davon sind wir zurückgekommen als von einer ausschweifenden Verirrung der menschlichen Eitelkeit und Unvernunft, die lange nicht als solche erkannt worden ist. Sie hat ihren letzten Ausdruck im modernen Pessimismus gehabt, einen älteren, stärkeren in der Lehre des Buddha; aber auch das Christenthum enthält sie, zweifelhafter freilich und zweideutiger, aber darum nicht weniger verführerisch... Buddha insgleichen fand jene Art Menschen vor, und zwar zerstreut unter alle Stände und gesellschaftliche Stufen seines Volks, welche aus Trägheit gut und gütig (vor Allem inoffensiv) sind, die, ebenfalls aus Trägheit, abstinent, beinahe bedürfnisslos leben: er verstand, wie eine solche Art Menschen mit Unvermeidlichkeit, mit der ganzen vis inertiae, in einen Glauben hineinrollen müsse, der die Wiederkehr der irdischen Mühsal (das heißt der Arbeit, des Handelns überhaupt) zu verhüten verspricht, - dies "Verstehen" war sein Genie. Zum Religionsstifter gehört psychologische Unfehlbarkeit im Wissen um eine bestimmte Durchschnitts-Art von Seelen, die sich noch nicht als zusammengehörig erkannt haben. Er ist es, der sie zusammenbringt; die Gründung einer Religion wird insofern immer zu einem langen Erkennungs-Feste. Heft (1882-1883) Ich habe von allen Europäern, die leben und gelebt haben, die umfänglichste Seele: Plato Voltaire - - - es hängt von Zuständen ab, die nicht ganz bei mir stehen, sondern beim "Wesen der Dinge" - ich könnte der Buddha Europas werden: was freilich ein Gegenstück zum indischen wäre. Fragmente VII (1883) Hinter meiner ersten Periode grinst das Gesicht des Jesuitismus: ich meine: das bewußte Festhalten an der Illusion und zwangsweise Einverleibung derselben als Basis der Kultur. Oder aber: Buddhismus und Verlangen ins Nichts (der Schopenhauerische Widerspruch zwischen Theorie und Praxis unhaltbar). Der ersten Gefahr ist Wagner erlegen Fragmente VIII (1983-1884) "Man muß den Menschen verschönern und erträglich machen": dagegen sagte das Christenthum und der Buddhismus — man muß ihn verneinen. Es hat also im Grunde nichts so gegen sich als den guten Menschen: den haßt es am meisten. Deshalb suchen die Priester Selbst-Zerstörung des Genusses an sich mit allen Mitteln. Die griechischen Philosophen suchten nicht anders "Glück" als in der Form, sich schön zu finden: also aus sich die Statue zu bilden, deren Anblick wohlthut (keine Furcht und Ekel erregt)... Der "häßlichste Mensch" als Ideal weltverneinender Denkweisen. Aber auch die Religionen sind noch Resultate jenes Triebs nach Schönheit (oder es aushalten zu können): die letzte Consequenz wäre — die absolute Häßlichkeit des Menschen zu fassen, das Dasein ohne Gott, Vernunft usw. — reiner Buddhismus. Je häßlicher, desto besser. Umwertungsheft (1883) Es gab denkendere und zerdachtere Zeiten als die unsere ist: Zeiten, wie zum Beispiel jene, in der Buddha auftrat, wo das Volk selbst, nach Jahrhunderte alten Sekten-Streitigkeiten, sich endlich so tief in die Klüfte der philosophischen Lehrmeinungen verirrt fand, wie zeitweilig Europäische Völker in Feinheiten des religiösen Dogma's. Überwindung der Eitelkeit Ehrfurcht Zarathustra. Große kosmische Rede "ich bin die Grausamkeit, "ich bin die List" usw. Hohn auf die Scheu, die Schuld auf sich zu nehmen — Hohn des Schaffenden — und alle Leiden — böser als je einer böse war usw. Höchste Form der Zufriedenheit mit seinem Werk — er zerbricht es, um es immer wieder zusammen zu fügen. Buddha p. 44, 46. neue Überwindung des Todes, des Leides und der Vernichtung der Gott, der sich klein (eng) macht und sich hindurchdrängt durch die ganze Welt (das Leben immer da) — Spiel, Hohn — als Dämon auch der Vernichtung… Aussermoralische Betrachtung 1 wahr verlogen gut und böse 2 als rein und unrein Buddha, p. 50 3 verehrlich verächtlich p. 296 4 als vornehm und niedrig 5 nützlich schädlich gut 6 als sich Los-Lösen von der Welt weltensagend (nicht "handelndes Gestalten") p. 50 böse = weltlich 7 geboten verboten 8 unegoistisch egoistisch 9 arm (Ebion) reich elend glücklich gut 10 Umkehrung: besitzend, reich (auch arya) (im Eranischen, und übergehend ins Slavische. rein = glücklich böse = unglücklich : p. 50 die höchste Kraft, im Brahmanismus und Christenthum — sich abzuwenden von der Welt. p. 54… Umwertungsheft (1884) "Man muß den Menschen verschönern und erträglich machen": dagegen sagte das Christenthum und der Buddhismus — man muß ihn verneinen. Es hat also im Grunde nichts so gegen sich als den guten Menschen: den haßt es am meisten. Deshalb suchen die Priester Selbst-Zerstörung des Genusses an sich mit allen Mitteln. Die griechischen Philosophen suchten nicht anders "Glück" als in der Form, sich schön zu finden: also aus sich die Statue zu bilden, deren Anblick wohlthut (keine Furcht und Ekel erregt)... Der "häßlichste Mensch" als Ideal weltverneinender Denkweisen. Aber auch die Religionen sind noch Resultate jenes Triebs nach Schönheit (oder es aushalten zu können): die letzte Consequenz wäre — die absolute Häßlichkeit des Menschen zu fassen, das Dasein ohne Gott, Vernunft usw. — reiner Buddhismus. Je häßlicher, desto besser. Fragmente IX (1885) In diesem Sinne heiße ich das bestehende Christenthum und den Buddhismus, die beiden umfänglichsten Formen jetziger Welt-Verneinung, willkommen; und, um entartenden und absterbenden Rassen z.B. den Indern und den Europäern von heute den Todesstreich zu geben, würde ich selber die Erfindung einer noch strengeren, ächt nihilistischen Religion oder Metaphysik in Schutz nehmen. Fragmente X Umwertungsheft 1885-1886 Der Nihilismus steht vor der Thür: woher kommt uns dieser unheimlichste aller Gäste? — 1. Ausgangspunkt: es ist ein Irrthum, auf "social Nothstände" oder "physiologische Entartungen" oder gar auf Corruption hinzuweisen als Ursache des Nihilismus. Diese erlauben immer noch ganz verschiedene Ausdeutungen. Sondern in einer ganz bestimmten Ausdeutung, in der christlich-moralischen steckt der Nihilismus. Es ist die honnetteste, mitfühlendste Zeit. Noth, seelische, leibliche, intellektuelle Noth ist an sich durchaus nicht vermögend, Nihilismus d.h. die radikale Ablehnung von Werth, Sinn, Wünschbarkeit hervorzubringen 2. Der Untergang des Christenthums — an seiner Moral (die unablösbar ist — ) welche sich gegen den christlichen Gott wendet (der Sinn der Wahrhaftigkeit, durch das Christenthum hoch entwickelt, bekommt Ekel vor der Falschheit und Verlogenheit aller christlichen Welt- und Geschichtsdeutung. Rückschlag von "Gott ist die Wahrheit" in den fanatischen Glauben "Alles ist falsch". Buddhismus der That... 3. Skepsis an der Moral ist das Entscheidende. Der Untergang der moralischen Weltauslegung die keine Sanktion mehr hat, nachdem sie versucht hat, sich in eine Jenseitigkeit zu flüchten: endet in Nihilismus "Alles hat keinen Sinn" (die Undurchführbarkeit Einer Weltauslegung, der ungeheure Kraft gewidmet worden ist — erweckt das Mißtrauen ob nicht alle Weltauslegungen falsch sind — ) Buddhistischer Zug, Sehnsucht in's Nichts. (Der indische Buddhism hat nicht eine grundmoralische Entwicklung hinter sich, deshalb ist bei ihm im Nihilismus nur unüberwundene Moral: Dasein als Strafe, Dasein als Irrthum combinirt, der Irrthum also als Strafe — eine moralische Werthschätzung) Die philosophischen Versuche, den "moralischen Gott" zu überwinden (Hegel, Pantheismus). Überwindung der volksthümlichen Ideale: der Weise. Der Heilige. Der Dichter. Antagonismus von "wahr" und "schön" und "gut"… Wir behalten uns viele Arten Philosophie vor, welche zu lehren noth thut: unter Umständen die pessimistische, als Hammer; ein europäischer Buddhismus könnte vielleicht nicht zu entbehren sein. NB. Die Religionen gehn an dem Glauben der Moral zu Grunde: der christlich-moralische Gott ist nicht haltbar: folglich "Atheismus" — wie als ob es keine andere Art Götter geben könne. Insgleichen geht die Cultur am Glauben an die Moral zu Grunde: denn wenn die nothwendigen Bedingungen entdeckt sind, aus denen allein sie wächst, so will man sie nicht mehr: Buddhismus. Das ganze europäische System der menschlichen Bestrebungen fühlt sich theils sinnlos, theils bereits "unmoralisch". Wahrscheinlichkeit eines neuen Buddhismus. Die höchste Gefahr. "Wie verhalten sich Wahrhaftigkeit, Liebe, Gerechtigkeit zur wirklichen Welt?" Gar nicht! Aber ein Christenthum, das vor allem kranke Nerven beruhigen soll, hat jene furchtbare Lösung eines "Gottes am Kreuze" überhaupt nicht nöthig: weshalb im Stillen überall der Buddhismus in Europa Fortschritte macht. Jenseits von Gut und Böse (1886) 3. Hauptstück : Das religiöse Wesen Wer, gleich mir, mit irgend einer räthselhaften Begierde sich lange darum bemüht hat, den Pessimismus in die Tiefe zu denken und aus der halb christlichen, halb deutschen Enge und Einfalt zu erlösen, mit der er sich diesem Jahrhundert zuletzt dargestellt hat, nämlich in Gestalt der Schopenhauerischen Philosophie; wer wirklich einmal mit einem asiatischen und überasiatischen Auge in die weltverneinendste aller möglichen Denkweisen hinein und hinunter geblickt hat - jenseits von Gut und Böse, und nicht mehr, wie Buddha und Schopenhauer, im Bann und Wahne der Moral -, der hat vielleicht ebendamit, ohne daß er es eigentlich wollte, sich die Augen für das umgekehrte Ideal aufgemacht: für das Ideal des übermüthigsten lebendigsten und weltbejahendsten Menschen, der sich nicht nur mit dem, was war und ist, abgefunden und vertragen gelernt hat, sondern es, so wie es war und ist, wieder haben will, in alle Ewigkeit hinaus, unersättlich da capo rufend, nicht nur zu sich, sondern zum ganzen Stücke und Schauspiele, und nicht nur zu einem Schauspiele, sondern im Grunde zu Dem, der gerade dies Schauspiel nöthig hat - und nöthig macht: weil er immer wieder sich nöthig hat - und nöthig macht - - Wie? Und dies wäre nicht - circulus vitiosus deus? Fragmente X (1886) Umwertungsheft (1885-1886) Vorrede zur "Fröhlichen Wissenschaft" Eine Lustbarkeit vor einer großen Unternehmung, zu der man jetzt endlich die Kraft bei sich zurückkehren fühlt: wie Buddha sich 10 Tage den weltlichen Vergnügungen ergab, als er seinen Hauptsatz gefunden. Notizbuch (1886-1887) Nihilismus, als Symptom davon, daß die Schlechtweggekommenen keinen Trost mehr haben: daß sie zerstören, um zerstört zu werden, daß sie, von der Moral abgelöst, keinen Grund mehr haben, "sich zu ergeben" — daß sie sich auf den Boden des entgegengesetzten Princips stellen und auch ihrerseits Macht wollen, indem sie die Mächtigen zwingen, ihre Henker zu sein. Dies ist die europäische Form des Buddhismus, das Nein-thun, nachdem alles Dasein seinen "Sinn" verloren hat… Was Christus und Buddha auszuzeichnen scheint: es scheint das innere Glück zu sein, das sie religiös mache… "Gott, Moral, Ergebung" waren Heilmittel, auf furchtbaren tiefen Stufen des Elends: der aktive Nihilismus tritt bei relativ viel günstiger gestalteten Verhältnissen auf. Schon, daß die Moral als überwunden empfunden wird, setzt einen ziemlichen Grad geistiger Cultur voraus; diese wieder ein relatives Wohlleben. Eine gewisse geistige Ermüdung, durch den langen Kampf philosophischer Meinungen bis zur hoffnungslosen Scepsis gegen Philosophie gebracht, kennzeichnet ebenfalls den keineswegs niederen Stand jener Nihilisten. Man denke an die Lage, in der Buddha auftrat. Die Lehre der ewigen Wiederkunft würde gelehrte Voraussetzungen haben (wie die Lehre Buddhas solche hatte z.B. Begriff der Causalität usw.). Umwertungsheft 1886-1887 Denken wir diesen Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: "die ewige Wiederkehr". Das ist die extremste Form des Nihilismus: das Nichts (das "Sinnlose") ewig! Europäische Form des Buddhismus: Energie des Wissens und der Kraft zwingt zu einem solchen Glauben. Es ist die wissenschaftlichste aller möglichen Hypothesen. Wir leugnen Schluß-Ziele: hätte das Dasein eins, so müßte es erreicht sein. Mappe (1886-1887) Kritik der menschlichen Ziele. Was wollte die antike Philosophie? Was das Christenthum? Was die Vedanta-Philosophie? Was Buddha? — Und hinter diesem Willen was steckt da? Psychologische Genesis der bisherigen Ideale: was sie eigentlich bedeuten? Zur Genealogie der Moral (1887) Es handelte sich insonderheit um den Wert des "Unegoistischen", der Mitleids-, Selbstverleugnungs, Selbstopferungs-Instinkte, welche gerade Schopenhauer so lang vergoldet, vergöttlicht und verjenseitigt hatte, bis sie ihm schließlich ah die "Werte an sich" übrigblieben, auf Grund deren er zum Leben, auch zu sich selbst, nein sagte. Aber gerade gegen diese Instinkte redete aus mir ein immer grundsätzlicherer Argwohn, eine immer tiefer grabende Skepsis! Gerade hier sah ich die große Gefahr der Menschheit, ihre sublimste Lockung und Verführung wohin doch? ins Nichts? -, gerade hier sah ich den Anfang vom Ende, das Stehenbleiben, die zurückblickende Müdigkeit, den Willen gegen das Leben sich wendend, die letzte Krankheit sich zärtlich und schwermütig ankündigend: ich verstand die immer mehr um sich greifende Mitleids-Moral, welche selbst die Philosophen ergriff und krank Machte, als das unheimlichste Symptom unsrer unheimlich gewordnen europäischen Kultur, als ihren Umweg zu einem neuen Buddhismus? zu einem Europäer-Buddhismus? zum - Nihilismus? ... Man kann nicht zweifeln: zunächst gegen den "Schuldner", in dem nunmehr das schlechte Gewissen sich dermaßen festsetzt, einfrißt, ausbreitet und polypenhaft in jede Breite und Tiefe wächst, bis endlich mit der Unlösbarkeit der Schuld auch die Unlösbarkeit der Buße, der Gedanke ihrer Unabzahlbarkeit (der "ewigen Strafe") konzipiert ist -; endlich aber sogar gegen den "Gläubiger", denke man dabei nun an die causa prima des Menschen, an den Anfang des menschlichen Geschlechts, an seinen Ahnherrn, der nunmehr mit einem Fluche behaftet wird ("Adam", "Erbsünde", "Unfreiheit des Willens"), oder an die Natur, aus deren Schoß der Mensch entsteht und in die nunmehr das böse Prinzip hineingelegt wird ("Verteufelung der Natur"), oder an das Dasein überhaupt, das als unwert an sich übrigbleibt (nihilistische Abkehr von ihm, Verlangen ins Nichts oder Verlangen in seinen "Gegensatz", in ein Anders-sein, Buddhismus und Verwandtes)… 3. Abh. Was bedeuten asketische Ideale ? Jeder Philosoph würde sprechen, wie einst Buddha sprach, als ihm die Geburt eines Sohns gemeldet wurde: "Râhula ist mir geboren, eine Fessel ist mir geschmiedet" (Râhula bedeutet hier "ein kleiner Dämon"); jedem "freien Geiste" müßte eine nachdenkliche Stunde kommen, gesetzt, daß er vorher eine gedankenlose gehabt hat, wie sie einst demselben Buddha kam - "eng bedrängt", dachte er bei sich, "ist das Leben im Hause, eine Stätte der Unreinheit; Freiheit ist im Verlassen des Hauses": "dieweil er also dachte, verließ er das Haus". Es sind im asketischen Ideale so viele Brücken zur Unabhängigkeit angezeigt, daß ein Philosoph nicht ohne ein innerliches Frohlocken und Händeklatschen die Geschichte aller jener Entschlossnen zu hören vermag, welche eines Tages Nein sagten zu aller Unfreiheit und in irgendeine Wüste gingen: gesetzt selbst, daß es bloß starke Esel waren und ganz und gar das Gegenstück eines starken Geistes. Fragmente XI (1887) Umwertungsheft (1887) Sein [Nihilismus] Maximum von relativer Kraft erreicht er als gewaltthätige Kraft der Zerstörung: als aktiver Nihilism. Sein Gegensatz wäre der müde Nihilism, der nicht mehr angreift: seine berühmteste Form der Buddhismus: als passivischer Nihilism. Der Buddhismus ist darum die mildmöglichste Form des Moral-Castratismus, weil er keine Gegnerschaft hat und er insofern seine ganze Kraft auf die Ausrottung der feindseligen Gefühle richten darf. Der Kampf gegen das ressentiment erscheint fast als erste Aufgabe des Buddhisten: erst damit ist der Frieden der Seele verbürgt. Sich loslösen, aber ohne Rancune: das setzt allerdings eine erstaunlich gemilderte und süß gewordene Menschlichkeit voraus. Im Buddhismus überwiegt dieser Gedanke: "Alle Begierden, alles, was Affekt, was Blut macht, zieht zu Handlungen fort", — nur in sofern wird gewarnt vor dem Bösen. Denn Handeln — das hat keinen Sinn, Handeln hält im Dasein fest: alles Dasein aber hat keinen Sinn. Sie sehen im Bösen den Antrieb zu etwas Unlogischem: zur Bejahung von Mitteln, deren Zweck man verneint. Sie suchen nach einem Wege zum Nichtsein und deshalb perhorresciren sie alle Antriebe seitens der Affekte. Z.B. ja nicht sich rächen! ja nicht feind sein! — der Hedonism der Müden giebt hier die höchsten Werthmaaße ab. Nichts ist dem Buddhisten ferner als der jüdische Fanatism eines Paulus: nichts würde mehr seinem Instinkt widerstreben als diese Spannung, Flamme, Unruhe des religiösen Menschen, vor allem jene Form der Sinnlichkeit, welche das Christenthum unter dem Namen der "Liebe" geheiligt hat. Zu alledem sind es die gebildeten und sogar übergeistigten Stände, die im Buddhismus ihre Rechnung finden: eine Rasse, durch einen Jahrhunderte langen Philosophen-Kampf abgesotten und müde gemacht, nicht aber unterhalb aller Cultur, wie die Schichten, aus denen das Christenthum entsteht... Im Ideal des Buddhismus erscheint das Loskommen auch von Gut und Böse wesentlich: es wird da eine raffinirte Jenseitigkeit der Moral ausgedacht, die mit dem Wesen der Vollkommenheit zusammenfällt unter der Voraussetzung, daß man auch die guten Handlungen bloß zeitweilig nöthig hat, bloß als Mittel, — nämlich um von allem Handeln loszukommen. Die Praxis des Christenthums ist keine Phantasterei, so wenig die Praxis des Buddhismus sie ist: sie ist ein Mittel, glücklich zu sein... Buddhismus Christlichkeit sind Schluß-Religionen: jenseits der Cultur, der Philosophie, der Kunst, des Staates A. Gemeinsam: der Kampf gegen die feindseligen Gefühle, — diese als Quell des übels erkannt. Das "Glück": nur als innerlich, — Indifferenz gegen den Anschein und Prunk des Glückes. Buddhismus: loskommen-wollen vom Leben, philosophische Klarheit; einem hohen Grad von Geistigkeit entsprungen, mitten aus den höheren Ständen... Christlichkeit: will im Grunde dasselbe ( —schon "die jüdische Kirche" ist ein décadence-Phänomen des Lebens), aber, gemäß einer tiefen Unkultur, ohne Wissen um das, was man will... hängen bleibend bei der "Seligkeit" als Ziel... B. die kräftigsten Instinkte des Lebens nicht mehr als lustvoll empfunden vielmehr als Leidens-Ursachen für den Buddhisten: insofern diese Instinkte zum Handeln antreiben (das Handeln aber als Unlust gilt...) für den Christen: insofern sie Anlaß zur Feindschaft und Widerspruch geben (das Feindsein, das Wehe-thun aber als Unlust, als Störung des "Seelen-Friedens" gilt). (Ein tüchtiger Soldat hat umgekehrt keine Freude außer in einem rechtschaffenen Kriegführen und Feindseinwollen.)… Das Gesetz, die gründlich realistische Formulirung gewisser Erhaltungsbedingungen einer Gemeinde, verbietet gewisse Handlungen in einer bestimmten Richtung, namentlich insofern sie gegen die Gemeinde sich wenden: sie verbietet nicht die Gesinnung, aus der diese Handlungen fließen, — denn sie hat dieselben Handlungen in einer anderen Richtung nöthig — nämlich gegen die Feinde der Gemeinschaft. Nun tritt der Moral-Idealist auf und sagt "Gott siehet das Herz an: die Handlung selbst ist noch nichts; man muß die feindliche Gesinnung ausrotten, aus der sie fließt..." Darüber lacht man in normalen Verhältnissen; nur in jenen Ausnahmefällen, wo eine Gemeinschaft absolut außerhalb der Nöthigung lebt, Krieg für ihre Existenz zu führen, hat man überhaupt das Ohr für solche Dinge. Man läßt eine Gesinnung fahren, deren Nützlichkeit nicht mehr abzusehn ist. Dies war z.B. beim Auftreten Buddhas der Fall, innerhalb einer sehr friedlichen und selbst geistig übermüdeten Gesellschaft. Umwertungsheft (1887-1888) Jesus leugnet Kirche Staat Gesellschaft Kunst, Wissenschaft, Cultur, Civilisation Alle Weisen haben so zu ihrer Zeit den Werth der Cultur und der staatlichen Organisation geleugnet. — Plato, Buddha… Unser Zeitalter ist in einem gewissen Sinne reif (nämlich décadent), wie es die Zeit Buddha's war... Deshalb ist eine Christlichkeit ohne die absurden Dogmen möglich... die widerlichsten Ausgeburten des antiken Hybridism Die Barbarisirung der Christlichkeit Fragmente XII (1888) Umwertungsheft (1888) Der Buddhismus war keine Moral, — es wäre ein tiefes Mißverständniß, ihn nach solchen Vulgär-Cruditäten, wie das Christenthum ist, abzuwürdigen: er war eine Hygiene… die Religion als décadence Buddha gegen den "Gekreuzigten" Innerhalb der nihilistischen Bewegung darf man immer noch die christliche und die buddhistische scharf auseinander halten : die buddhistische drückt einen schönen Abend aus, eine vollendete Süßigkeit und Milde, — es ist Dankbarkeit gegen alles, was hinten liegt, mit eingerechnet, es fehlt die Bitterkeit, die Enttäuschung, die Rancune… Pyrrho, der mildeste und geduldigste Mensch, der je unter Griechen gelebt hat, ein Buddhist obschon Grieche, ein Buddha selbst, wurde ein einziges Mal außer Rand und Band gebracht, durch wen? — durch seine Schwester, mit der er zusammenlebte: sie war Hebamme. Seitdem fürchteten sich am Allermeisten die Philosophen vor der Schwester — die Schwester! Schwester! 's klingt so fürchterlich! — und vor der Hebamme!... (Ursprung des Coelibats)… Das Ressentiment, der Ärger, die Lust nach Rache — das sind für Kranke die schädlichsten aller möglichen Zustände: eine Religion, wie die Buddha's, welche wesentlich mit Geistig-Raffinirten und Physiologisch-Ermüdeten zu thun hatte, wendete sich deshalb mit dem Hauptgewicht ihrer Lehre gegen das Ressentiment. Der Antichrist 1895 Mit meiner Verurtheilung des Christenthums möchte ich kein Unrecht gegen eine verwandte Religion begangen haben, die der Zahl der Bekenner nach sogar überwiegt, gegen den Buddhismus. Beide gehören als nihilistische Religionen zusammen - sie sind décadence-Religionen -, beide sind von einander in der merkwürdigsten Weise getrennt. Daß man sie jetzt vergleichen kann, dafür ist der Kritiker des Christenthums den indischen Gelehrten tief dankbar. - Der Buddhismus ist hundert Mal realistischer als das Christenthum, - er hat die Erbschaft des objektiven und kühlen Probleme-Stellens im Leibe, er kommt nach einer Hunderte von Jahren dauernden philosophischen Bewegung, der Begriff "Gott" ist bereits abgethan, als er kommt. Der Buddhismus ist die einzige eigentlich positivistische Religion, die uns die Geschichte zeigt, auch noch in seiner Erkenntnisstheorie (einem strengen Phänomenalismus -), er sagt nicht mehr "Kampf gegen Sünde", sondern, ganz der Wirklichkeit das Recht gebend, "Kampf gegen das Leiden". Er hat - dies unterscheidet ihn tief vom Christenthum - die Selbst-Betrügerei der Moral-Begriffe bereits hinter sich, - er steht, in meiner Sprache geredet, jenseits von Gut und Böse. - Die zwei physiologischen Thatsachen, auf denen er ruht und die er ins Auge fasst, sind: einmal eine übergroße Reizbarkeit der Sensibilität, welche sich als raffinirte Schmerzfähigkeit ausdrückt, sodann eine Übergeistigung, ein allzulanges Leben in Begriffen und logischen Prozeduren, unter dem der Person-Instinkt zum Vortheil des "Unpersönlichen" Schaden genommen hat (- Beides Zustände, die wenigstens Einige meiner Leser, die "Objektiven", gleich mir selbst, aus Erfahrung kennen werden) Auf Grund dieser physiologischen Bedingungen ist eine Depression entstanden: gegen diese geht Buddha hygienisch vor. Er wendet dagegen das Leben im Freien an, das Wanderleben, die Mässigung und die Wahl in der Kost; die Vorsicht gegen alle Spirituosa; die Vorsicht insgleichen gegen alle Affekte, die Galle machen, die das Blut erhitzen; keine Sorge, weder für sich, noch für Andre. Er fordert Vorstellungen, die entweder Ruhe geben oder erheitern - er erfindet Mittel, die andren sich abzugewöhnen. Er versteht die Güte, das Gütig-sein als gesundheitfördernd. Gebet ist ausgeschlossen, ebenso wie die Askese; kein kategorischer Imperativ, kein Zwang überhaupt, selbst nicht innerhalb der Klostergemeinschaft (- man kann wieder hinaus -) Das Alles wären Mittel, um jene übergroße Reizbarkeit zu verstärken. Eben darum fordert er auch keinen Kampf gegen Andersdenkende; seine Lehre wehrt sich gegen nichts mehr als gegen das Gefühl der Rache, der Abneigung, des ressentiment (- "nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende": der rührende Refrain des ganzen Buddhismus ... ) Und das mit Recht: gerade diese Affekte wären vollkommen ungesund in Hinsicht auf die diätetische Hauptabsicht. Die geistige Ermüdung, die er vorfindet, und die sich in einer allzugroßen "Objektivität" (das heißt Schwächung des Individual-Interesses, Verlust an Schwergewicht, an "Egoismus") ausdrückt, bekämpft er mit einer strengen Zurückführung auch der geistigsten Interessen auf die Person. In der Lehre Buddha's wird der Egoismus Pflicht: das "Eins ist Noth", das "wie kommst du vom Leiden los" regulirt und begrenzt die ganze geistige Diät (- man darf sich vielleicht an jenen Athener erinnern, der der reinen "Wissenschaftlichkeit" gleichfalls den Krieg machte, an Sokrates, der den Personal-Egoismus auch im Reich der Probleme zur Moral erhob.) Die Voraussetzung für den Buddhismus ist ein sehr mildes Klima, eine große Sanftmuth und Liberalität in den Sitten, kein Militarismus; und daß es die höheren und selbst gelehrten Stände sind, in denen die Bewegung ihren Heerd hat. Man will die Heiterkeit, die Stille, die Wunschlosigkeit als höchstes Ziel, und man erreicht sein Ziel. Der Buddhismus ist keine Religion, in der man bloß auf Vollkommenheit aspirirt: das Vollkommne ist der normale Fall. Das Christenthum hatte barbarische Begriffe und Werthe nöthig, um über Barbaren Herr zu werden: solche sind das Erstlingsopfer, das Bluttrinken im Abendmahl, die Verachtung des Geistes und der Cultur; die Folterung in allen Formen, sinnlich und unsinnlich; der große Pomp des Cultus. Der Buddhismus ist eine Religion für späte Menschen, für gütige, sanfte, übergeistig gewordne Rassen, die zu leicht Schmerz empfinden (Europa ist noch lange nicht reif für ihn -): er ist eine Rückführung derselben zu Frieden und Heiterkeit, zur Diät im Geistigen, zu einer gewissen Abhärtung im Leiblichen. Das Christenthum will über Raubthiere Herr werden; sein Mittel ist, sie krank zu machen, - die Schwächung ist das christliche Rezept zur Zähmung, zur "Civilisation". Der Buddhismus ist eine Religion für den Schluß und die Müdigkeit der Civilisation, das Christenthum findet sie noch nicht einmal vor, - es begründet sie unter Umständen. Der Buddhismus, nochmals gesagt, ist hundert Mal kälter, wahrhafter, objektiver. Er hat nicht mehr nöthig, sich sein Leiden, seine Schmerzfähigkeit anständig zu machen durch die Interpretation der Sünde, - er sagt bloß, was er denkt "ich leide". Dem Barbaren dagegen ist Leiden an sich nichts Anständiges: er braucht erst eine Auslegung, um es sich einzugestehn, daß er leidet (sein Instinkt weist ihn eher auf Verleugnung des Leidens, auf stilles Ertragen hin) Hier war das Wort "Teufel" eine Wohlthat: man hatte einen übermächtigen und furchtbaren Feind, - man brauchte sich nicht zu schämen, an einem solchen Feind zu leiden. – Man sieht, was mit dem Tode am Kreuz zu Ende war: ein neuer, ein durchaus ursprünglicher Ansatz zu einer buddhistischen Friedensbewegung, zu einem thatsächlichen, nicht bloß verheißenen Glück auf Erden. Denn dies bleibt - ich hob es schon hervor - der Grundunterschied zwischen den beiden décadence-Religionen: der Buddhismus verspricht nicht, sondern hält, das Christenthum verspricht Alles, aber hält Nichts. Ecce homo (1908) Das Ressentiment ist das Verbotene an sich für den Kranken - sein Böses: leider auch sein natürlichster Hang. - Das begriff jener tiefe Physiolog Buddha. Seine "Religion", die man besser als eine Hygiene bezeichnen dürfte, um sie nicht mit so erbarmungswürdigen Dingen wie das Christenthum ist, zu vermischen, machte ihre Wirkung abhängig von dem Sieg über das Ressentiment: die Seele davon frei machen - erster Schritt zur Genesung. "Nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zu Ende": das steht am Anfang der Lehre Buddha‘s - so redet nicht die Moral, so redet die Physiologie. |
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| 1869-1908.2 |
Buddhismus bei Friedrich Nietzsche :Liu Weijian : Nietzsche hat sich Bücher über Buddhismus aus der Basler Universitätsbibliothek ausgeliehen. So z.B. Die Religion des Buddha von Carl Friedrich…
Buddhismus bei Friedrich Nietzsche :
Liu Weijian : Nietzsche hat sich Bücher über Buddhismus aus der Basler Universitätsbibliothek ausgeliehen. So z.B. Die Religion des Buddha von Carl Friedrich Koeppen [ID D12205] und von bedeutendem Einfluss Buddha von Hermann Oldenberg [ID D18109]. Auch in seiner Bibliothek gibt es Bücher über indische Philosophie und Buddhismus. Nietzsche steht der Interpretation des Buddhismus durch Arthur Schopenhauer kritisch gegenüber. Er weist auf die Auffassung von einer müden agnostischen und mystischen Art des Buddhismus hin, die den freien kritischen Geist entkräftigt und den Willen zum Leben schwächt... Er erklärt den Buddhismus als ein Synonym des antidogmatischen Nihilismus und fasst seine geistige Funktion aus der Perspektive des Niedergangs des Christentums auf… Nietzsche weist auf die Auffassung von einer 'müden' agnostischen und mystischen Art des Buddhismus hin, die den freien kritischen Geist entkräftigt und den Willen zum Leben schwächt. Für ihn ist das Christentum ein Unterdrückungsmittel, den Menschen 'krank zu machen' und seine Raubtier-Natur geistig zu zähmen, zu ‚civilisieren’. Einen solchen, mit dem Christentum vergleichbaren Buddhismus charakterisiert er als 'passivischen Nihilismus, als ein Zeichen der Schwäche : die Kraft des Geistes kann ermüdet, erschöpft sein, so dass die bisherigen Ziele und Werte unangemessen sind und keinen Glauben mehr finden'. Dieser passiven Art begegnet Nietzsche durch eine Interpretation des Buddhismus im Sinne der skeptischen Kraft. Er erklärt den Buddhismus als ein Synonym des antidogmatischen Nihilismus und fasst seine geistige Funktion aus der Perspektive des Niedergangs des Christentums auf. Nietzsches Auffassung dieses ‚nihilistischen’ Buddhismus ist unmittelbar aus dem Hintergrund des Endes der christlichen metaphysischen und Moralischen Welt- und Wertauslegung in Europa zu verstehen : 'Sein Maximum von relativer Kraft erreicht er als gewaltige Kraft der Zerstörung : als aktiver Nihilismus'. Er ist eine geschichtlich notwendige Konsequenz aus der Zeit, wo der konfessionelle Glaube und der krankhafte moralische Zwang zusammenbrechen. Die realitätsfernen metaphysischen Kategorien 'Sinn' und 'Wahrheit', mit denen man ansonsten die Welt interpretiert, werden als Irrtum und Lüge hinfällig. Es gilt jetzt, dass sich der Mensch selbst als religiöses Subjekt betrachtet, im eigenen Lebensfeld neuen Wert sucht und setzt. Nietzsches Hinweis auf Buddhas Begriff der Kausalität betrifft offensichtlich die buddhistische zwölfgliedrige Kausalitätsformel, die Verkettung von Ursachen und Wirkungen, in der das eine nicht ohne das andere besteht und keine Ursache zum alleinigen Entscheidungsfaktor emporgehoben werden kann. Diese Formel der Abhängigkeit des Entstehens beginnt vorerst mit dem 'Nichtwissen' der Wahrheit über die Entstehung der leidvollen Welt, aus dem der 'Wille zum Leben', die Triebkräfte hervorgehen. Aus diesen kommt dann das 'Bewusstsein', das eine scheinbare Persönlichkeit mit 'Namen und Körperlichkeit' erzeugt. Daraus ergeben sich 'Sechs Sinne', die die gewöhnlichen fünf äusseren Sinne und den sogenannten sechsten Denksinn beinhalten. Die Gemeinsamkeit von Buddhas Ethik und Nietzsches Übermenschmoral liegt in der Selbsterlösung. So soll sich das Streben des Menschen zum höheren Übermenschentypus auf seine eigene Kraft stützen. Der Buddhismus ist für Nietzsche keine nihilistische Weltanschauung über die Sinnlosigkeit des Daseins, sondern ein realistischer Weg aus den überlieferten Erklärungsmustern, ein subversives Konzept für das Denken und Handeln, mit dem der Mensch sich selbst als der Seiende aus dem Bann der überkommenen abstrakten Wahrheit herauszieht, die Wirklichkeit als positivistisches Phänomen erfasst und den neuen Sinn durch eigene Kraft schöpft. Eben vor dieser geistesgeschichtlichen Zeitkulisse lässt Alfred Döblins Hinweis auf den Versuch Nietzsches, des 'antichristlichen Advokaten des Teufels ohne Gott', die alte Religion wieder ins Leben zu rufen, als Buddhismus bezogen gewahr werden. Aufgrund eines skeptischen Geistes schlägt für Nietzsche der Buddhismus als 'nihilistisches' Konzept ins Konstruktive um, indem er als Kampfmittel gegen alle abstrakten, lebensfernen Werte fungiert und einen aktiven, diesseitig orientierten Charakter zeigt. Die gütige Mitempfindung des Buddhismus gegenüber den anderen ist nach Nietzsche zugleich mit dem gesunden selbstliebenden 'Egoismus' angesichts der Erlösung vom Leiden verbunden, was das christliche Dogma mit der scheinheiligen Lobeserhebung des Altruismus und der daraus resultierenden 'geistig-diätetischen' 'Schwächung des Individual-Interesses' übertrifft : Er kämpft nicht ‚gegen die Sünde’, sondern praktisch 'gegen das Leiden' ; er hat im ‚tiefen’ Unterschied zum Christen, ‚die Selbst-Betrügerei der Moral-Begriffe bereits hinter sich. In der Lehre Buddha’s wird der Egoismus Pflicht : das 'Eins ist Noth', das 'Wie kommst du vom Leiden los' reguliert und begrenzt die ganze geistige Diät. Jügen Offermanns : Es scheint, dass der Buddhismus Nietzsche als Kontrastmittel dient, um die Schwächen des Christentums noch besser hervorheben zu können. Sein Buddhismus ist markant von seinen eigenen philosophischen Ideen geprägt, von seinem verbissenen Hass auf das Christentum und seiner Abneigung gegenüber Kantianischer Moralphilosophie. Für ihn ist der Buddhismus atheistisch und er sieht darin eine antiritualistische und rationalistische Lehre. |
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| 1873-1895 |
Friedrich Nietzsche : Zitate über ChinaDie Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen (1873)Zwar hat man im Eifer darauf hingezeigt, wie viel die Griechen im orientalischen Auslande finden und…
Friedrich Nietzsche : Zitate über China
Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen (1873) Zwar hat man im Eifer darauf hingezeigt, wie viel die Griechen im orientalischen Auslande finden und lernen konnten, und wie mancherlei sie wohl von dort geholt haben. Freilich gab es ein wunderliches Schauspiel, wenn man die angeblichen Lehrer aus dem Orient und die möglichen Schüler aus Griechenland zusammenbrachte und jetzt Zoroaster neben Heraklit, die Inder neben den Eleaten, die Ägypter neben Empedokles oder gar Anaxagoras unter den Juden und Pythagoras unter den Chinesen zur Schau stellte. Fragmente III (1875) Mappe loser Blätter : Notizen zu Wir Philologen Es ist schwer, die Bevorzugung zu rechtfertigen, in der das Alterthum steht: denn sie ist aus Vorurtheilen entstanden: 1) aus Unwissenheit des sonstigen Alterthums, 2) aus einer falschen Idealisierung zur Humanitäts-Menschheit überhaupt; während Inder und Chinesen jedenfalls humaner sind… Menschliches, Allzumenschliches (1878-1879) Bd. 1 : 3. Hauptstück : Das religiöse Leben Die geringen Leute in China umwinden, um die fehlende Gunst ihres Gottes zu ertrotzen, das Bild desselben, der sie in Stich gelassen hat, mit Stricken, reißen es nieder, schleifen es über die Strassen durch Lehm- und Düngerhaufen; "du Hund von einem Geiste, sagen sie, wir ließen dich in einem prächtigen Tempel wohnen, wir vergoldeten dich hübsch, wir fütterten dich gut, wir brachten dir Opfer und doch bist du so undankbar". Fragmente V (1880) Notizbuch : Vom Aberglauben, Vom Loben und Tadeln, Von der zulässigen Lüge - Was ist der Charakter dieser Moralität? Aber wonach bemißt man den Rang der verschiedenen Moralitäten? Zudem wollen es die Nicht-Europäer wie die Chinesen gar nicht Wort haben, daß die Europäer sich durch Moralität vor ihnen auszeichneten. Es gehört vielleicht mit zum Wesen der jüdischen Moralität, daß sie sich für die erste und höchste hält: es ist vielleicht eine Einbildung. Ja man kann fragen: gibt es überhaupt eine Rangordnung der Moralitäten? Manuskript : L’ombra di Venezia Das Christenthum und die Demokratie haben bis jetzt die Menschheit auf dem Wege zum Sande am weitesten gefahren. Ein kleines, schwaches, dämmerndes Wohlgefühlchen über Alle gleichmäßig verbreitet, ein verbessertes und auf die Spitze getriebenes Chinesenthum, das wäre das letzte Bild, welches die Menschheit bieten könnte? Notizbuch (1880) Auch die (chinesische) Tugend der Höflichkeit ist eine Folge des Gedankens: ich thue den Anderen wohl, weil es mir so zu Gute kommt - doch so daß dies Weil vergessen worden ist. Nicht aber entsteht Wohlwollen auf dem angegebenen Wege durch Vergessen. - Aber Höflichkeit ist doch sehr benachbart. Die Chinesen haben die Familienempfindung durchgeführt (Kinder zu den Eltern), die Römer mehr die der Väter zu der Familie (Pflicht). Morgenröthe (1881) 3. Buch So käme doch endlich auch wieder reinere Luft in das alte, jetzt übervölkerte und in sich brütende Europa! Mag es immerhin dann an "Arbeitskräften" etwas fehlen! Vielleicht wird man sich dabei besinnen, daß man an viele Bedürfnisse sich erst seitdem gewöhnt hat, als es so leicht wurde, sie zu befriedigen, - man wird einige Bedürfnisse wieder verlernen! Vielleicht auch wird man dann Chinesen hereinholen: und diese würden die Denk- und Lebensweise mitbringen, welche sich für arbeitsame Ameisen schickt. Ja, sie könnten im Ganzen dazu helfen, dem unruhigen und sich aufreibenden Europa etwas asiatische Ruhe und Betrachtsamkeit und - was am meisten wohl noth thut - asiatische Dauerhaftigkeit in's Geblüt zu geben. Liu Weijian : Das konfuzianische China sei abzulehnen, weil es der dogmatischen Kirche ähnlich sei, die die Menschen uniformiere und alle Verschiedenheit als unmoralisch empfinde. Er nennt sowohl Konfuzius als auch das Papsttum "grosse Regierungskünstler", die die Menschen zum sklavenhaften Herdentier machen. Er indentifizert China nicht nur mit den rationalen Konfuzianismus, sondern entdeckt eine taoistische Denk- und Lebensweise... Durch den Hinweis auf die Ruhe, Betrachtsamkeit und die Dauerhaftigkeit führt Nietzsche den Europäern die Sinnlosigkeit des hektischen Strebens nach Macht und Geld vor Augen und hebt die innere Harmonie des Menschen hervor... Dagegen hält er die chinesische Denkweise für einen erstrebenswerten Dauergeist. Ihm scheint diese Denkweise den wohlgeratenen Typus des Chinesen hervorzubringen, der daher fähiger als der Europäer sei. Fragmente VI (1881) Manuskript Die Sinne der Menschen im Fortschritt der Zivilisation sind schwächer geworden, Augen und Ohren: weil die Furcht geringer wurde und der Verstand feiner. Vielleicht wird mit der Vermehrung der Sicherheit die Feinheit des Verstandes nicht mehr nöthig sein: und abnehmen: wie in China! In Europa hat der Kampf gegen das Christenthum, die Anarchie der Meinungen und die Concurrenz der Fürsten Völker und Kaufleute bis jetzt den Verstand verfeinert. Irrthum der positiven Philosophie nachzuweisen: sie will die Anarchie der Geister vernichten, und sie wird den dumpfen Druck unbefriedigter Auslösung hervorbringen (wie China)! Die thierischen Gattungen haben meistens, wie die Pflanzen, eine Anpassung an einen bestimmten Erdtheil erreicht, und haben nun darin etwas Festes und Festhaltendes für ihren Charakter, sie verändern sich im Wesentlichen nicht mehr. Anders der Mensch, der immer unstet ist und sich nicht Einem Klima endgültig anpassen will, die Menschheit drängt hin zur Erzeugung eines allen Klimaten gewachsenen Wesens (auch durch solche Phantasmen wie "Gleichheit der Menschen"): ein allgemeiner Erdenmensch soll entstehen, deshalb verändert sich der Mensch noch (wo er sich angepaßt hat z. B. in China bleibt er durch Jahrtausende fast unverändert). Die Chinesen: ohne Scham, ohne Vorurtheile, geschwätzig, maßvoll: ihre Leidenschaften Opium Spiel Weiber. Sie sind reinlich... Unsere Triebe und Leidenschaften sind ungeheure Zeiträume hindurch in Gesellschafts- und Geschlechtsverbänden gezüchtet worden (vorher wohl in Affen-Herden): so sind sie als soziale Triebe und Leidenschaften stärker als als individuelle, auch jetzt noch. Man haßt mehr, plötzlicher, unschuldiger (Unschuld ist den ältest vererbten Gefühlen zu eigen) als Patriot als als Individuum; man opfert schneller sich für die Familie als für sich: oder für eine Kirche, Partei. Ehre ist das stärkste Gefühl für Viele d.h. ihre Schätzung ihrer selber ordnet sich der Schätzung Anderer unter und begehrt von dort seine Sanktion. - Dieser nicht individuelle Egoismus ist das Ältere, Ursprünglichere; daher so viel Unterordnung, Pietät (wie bei den Chinesen) Gedankenlosigkeit über das eigene Wesen und Wohl, es liegt das Wohl der Gruppe uns mehr am Herzen... Die Verwandlung des Menschen braucht erst Jahrtausende für die Bildung des Typus, dann Generationen: endlich läuft ein Mensch während seines Lebens durch mehrere Individuen. Warum sollen wir nicht am Menschen zu Stande bringen, was die Chinesen am Baume zu machen verstehen - daß er auf der einen Seite Rosen, auf der anderen Birnen trägt?... Das Erscheinen der Individuen ist das Anzeichen der erlangten Fortpflanzungsfähigkeit der Gesellschaft: sobald es sich zeigt, stirbt die alte Gesellschaft ab. Das ist kein Gleichnis. - Unsere ewigen "Staaten" sind etwas Unnatürliches. - Möglichst viel Neubildungen! - Oder umgekehrt: zeigt sich die Tendenz zur Verewigung des Staates, so auch Abnahme der Individuen und Unfruchtbarkeit des Ganzen: deshalb halten die Chinesen große Männer für ein nationales Unglück; sie haben die ewige Dauer im Auge. Individuen sind Zeichen des Verfalls... Der Wohlstand, die Behaglichkeit, die den Sinnen Befriedigung schafft, wird jetzt begehrt, alle Welt will vor allem das. Folglich wird sie einer geistigen Sklaverei entgegengehen, die nie noch da war. Denn dies Ziel ist zu erreichen, die größten Beunruhigungen jetzt dürfen nicht täuschen. Die Chinesen sind der Beweis, daß auch Dauer dabei sein kann. Der geistige Cäsarismus schwebt über allem Bestreben der Kaufleute und Philosophen... Im Grunde haben alle Zivilisationen jene tiefe Angst vor dem "großen Menschen", welche allein die Chinesen sich eingestanden haben, mit dem Sprichwort "der große Mensch ist ein öffentliches Unglück". Im Grunde sind alle Institutionen darauf hin eingerichtet, daß er so selten als möglich entsteht und unter so ungünstigen Bedingungen als nur möglich ist heranwächst: was Wunder! Die Kleinen haben für sich, für die Kleinen gesorgt!... Die Vorwegnehmenden. - Ich zweifle, ob jener Dauermensch, welchen die Zweckmäßigkeit der Gattungs-Auswahl endlich produziert, viel höher als der Chinese stehen wird. Unter den Würfen sind viele unnütze und in Hinsicht auf jenes Gattungsziel vergängliche und wirkungslose - aber höhere: darauf laßt uns achten! Emanzipieren wir uns von der Moral der Gattungs-Zweckmäßigkeit! - Offenbar ist das Ziel, den Menschen ebenso gleichmäßig und fest zu machen, wie es schon in Betreff der meisten Thiergattungen geschehen ist: sie sind den Verhältnissen der Erde usw. angepaßt und verändern sich nicht wesentlich. Der Mensch verändert sich noch - ist im Werden. Die fröhliche Wissenschaft (1882) 1. Buch China ist das Beispiel eines Landes, wo die Unzufriedenheit im Großen und die Fähigkeit der Verwandelung seit vielen Jahrhunderten ausgestorben ist; und die Sozialisten und Staats-Götzendiener Europa's könnten es mit ihren Maaßregeln zur Verbesserung und Sicherung des Lebens auch in Europa leicht zu chinesischen Zuständen und einem chinesischen "Glücke" bringen, vorausgesetzt, daß sie hier zuerst jene kränklichere, zartere, weiblichere, einstweilen noch überreichlich vorhandene Unzufriedenheit und Romantik ausrotten könnten. 3. Buch Vergessen wir doch nicht, daß die Völkernamen gewöhnlich Schimpfnamen sind. Die Tartaren sind zum Beispiel ihrem Namen nach "die Hunde": so wurden sie von den Chinesen getauft. Die "Deutschen": das bedeutet ursprünglich "die Heiden": so nannten die Gothen nach ihrer Bekehrung die große Masse ihrer ungetauften Stammverwandten, nach Anleitung ihrer Übersetzung der Septuaginta, in der die Heiden mit dem Worte bezeichnet werden, welches im Griechischen "die Völker" bedeutet: man sehe Ulfilas. Fragmente VII (1883) Mappe mit losen Blättern Die Scham verbietet in China der Frau den Fuß zu zeigen, unter den Hottentotten muß sie nur den Nacken verhüllen. Weiß ist in China Trauerfarbe. Der Chinese ißt sehr viel Gerichte in sehr kleinen Portionen. Friedloslegung: ein Genosse wird aus der Friedensgenossenschaft ausgestoßen; er ist jetzt vollkommen rechtlos. Leben und Gut können von Jedermann genommen werden. Der Übelthäter kann bußlos von Jedermann erschlagen werden. Grundgefühl: tiefste Verachtung, Unwürdigkeit z.B. noch im moslemischen Recht bei Ketzerei oder Schmähung des Propheten: während es bei Mord und Körperverletzung lediglich Blutrache und friedensgenossenschaftliche Bußen kennt. Es ist Ächtung: Haus und Hof wird zerstört, Weiber und Kinder und wer im Hause wohnt, wird vernichtet, z. B. Im peruanischen Inkareiche, wenn eine Sonnen-Jungfrau sich mit einem Manne verging, mußte ihre ganze Verwandtschaft es mit dem Leben büßen, das Haus ihrer Eltern wurde dem Erdboden gleichgemacht usw. Ebenso in China, wenn ein Sohn den Vater tödtet. Man will sich nicht die Fehler eines Thiers aneignen z. B. die Feigheit des Hirsches (auf Borneo) - Weiber und Kinder dürfen davon essen. Auch Fledermäuse Kröten Würmer Larven Raupen werden gegessen. Gemästete Ratten Leckerbissen der Chinesen. "Das Tigerherz zu essen macht trutzig" (Java) Hundeleber macht klug... Ein alter Chinese [Laozi] sagte, er habe gehört, wenn Reiche zu Grunde gehen sollen, so hätten sie viele Gesetze. Umwertungsheft (1884) Erste Frage: die Herrschaft der Erde — angelsächsisch. Das deutsche Element ein gutes Ferment, es versteht nicht zu herrschen. Die Herrschaft in Europa ist nur deshalb deutsch, weil es mit ermüdeten greisen Völkern zu thun hat, es ist seine Barbarei, seine verzögerte Cultur, die die Macht giebt. Frankreich voran in der Cultur, Zeichen des Verfalls Europa's. Rußland muß Herr Europas und Asiens werden — es muß colonisiren und China und Indien gewinnen. Europa als das Griechenland unter der Herrschaft Roms... Die thatsächliche Barbarei Europa's — und zunehmend: die Verdummung ("der Engländer" als Normal-Mensch sich anlegend) die Verhäßlichung ("Japanisme") (der revoltirende Plebejer) die Zunahme der sklavischen Tugenden und ihrer Werthe ("der Chinese") die Kunst als neurotischer Zustand bei den Künstlern, Mittel des Wahnsinns: die Lust an dem Thatsächlichen (Verlust des Ideals). Fragment VIII (1884) Umwertungsheft Die Consequenzen absterbender Rassen verschieden z.B. pessimistische Philosophie, Willens-Schwäche wollüstige Ausbeutung des Augenblicks, mit hysterischen Krämpfen und Neigung zum Furchtbaren Zeichen des Alters kann auch Klugheit und Geiz sein (China), Kälte. Europa unter dem Eindrucke einer sklavenhaft gewöhnten furchtsamen Denkweise: eine niedrigere Art wird siegreich — seltsames Widerstreiten zweier Principien der Moral... Das 20te Jahrhundert hat zwei Gesichter: eines des Verfalls. Alle die Gründe, wodurch von nun an mächtigere und umfänglichere Seelen als es je gegeben hat (vorurtheilslosere, unmoralischere) entstehen könnten, wirken bei den schwächeren Naturen auf den Verfall hin. Es entsteht vielleicht eine Art von europäischem Chinesenthum, mit einem sanften buddhistisch-christlichen Glauben, und in der Praxis klug-epikureisch, wie es der Chinese ist — reduzirte Menschen... Grundsatz. Wenn es sich um bien public handelte, so wäre der Jesuitism im Recht, ebenso das Assassinenthum; ebenso das Chinesenthum... Bei altgewordenen Völkern große Sinnlichkeit, z.B. Ungarn, Chinesen, Juden, Franzosen (denn die Kelten waren schon ein Culturvolk!). Der Wille zur Macht (1884-1888) [ID D11905] Luo Wei : Nietzsche hofft in der sanftmütigen Denk- und Lebensweise der Chinesen, die eine innige Verbundenheit mit der Natur pflegt, ein Mittel zu finden, das dem kulturellen Verfall Europas entgegenwirken könnte. Was Nietzsche an China bewundert, ist eine Naturverbundenheit, ein Einklang mit der Natur, worin der Konfuzianismus und Taoismus sich einig sind, obwohl seine Metapher der „arbeitsamen Ameisen“alles andere als romantisch idyllisch gemeint war. Fragmente IX (1885) Umwertungsheft Feindschaft gegen alles Litteratenhafte und Volks-Aufklärerische, insonderheit gegen alles Weibs-Verderberische, Weibs-Verbildnerische — denn die geistige Aufklärung ist ein unfehlbares Mittel, um die Menschen unsicher, willensschwächer, anschluß- und stütze-bedürftiger zu machen, kurz das Heerdenthier im Menschen zu entwickeln: weshalb bisher alle großen Regierungs-Künstler (Confucius in China, das imperium romanum, Napoleon, das Papstthum, zur Zeit, wo es die Macht und nicht nur den Pöbel zum Besten hielt) wo die herrschenden Instinkte bisher kulminirten, auch sich der geistigen Aufklärung bedienten; mindestens sie walten ließen (wie die Päpste der Renaissance). Die Selbsttäuschung der Menge über diesen Punkt z.B. in aller Demokratie, ist äußerst werthvoll: die Verkleinerung und Regierbarkeit des Menschen wird als "Fortschritt" erstrebt!... Jenseits von Gut und Böse (1886) 2. Hauptstück : Der freie Geist Die längste Zeit der menschlichen Geschichte hindurch - man nennt sie die prähistorische Zeit - wurde der Werth oder der Unwerth einer Handlung aus ihren Folgen abgeleitet: die Handlung an sich kam dabei ebensowenig als ihre Herkunft in Betracht, sondern ungefähr so, wie heute noch in China eine Auszeichnung oder Schande vom Kinde auf die Eltern zurückgreift, so war es die rückwirkende Kraft des Erfolgs oder Mißerfolgs, welche den Menschen anleitete, gut oder schlecht von einer Handlung zu denken. 9. Hauptstück – Was ist vornehm ? Es giebt ein Sprichwort bei den Chinesen, das die Mütter schon ihre Kinder lehren: siao-sin "mache dein Herz klein!" Dies ist der eigentliche Grundhang in späten Civilisationen: ich zweifle nicht, daß ein antiker Grieche auch an uns Europäern von Heute zuerst die Selbstverkleinerung herauserkennen würde, - damit allein schon giengen wir ihm "wider den Geschmack". Zur Genealogie der Moral (1887) 1. Abh. Gut und böse, gut und schlecht Die Römer waren ja die Starken und Vornehmen, wie sie stärker und vornehmer bisher auf Erden nie dagewesen, selbst niemals geträumt worden sind; jeder Überrest von ihnen, jede Inschrift entzückt, gesetzt daß man errät, was da schreibt. Die Juden umgekehrt waren jenes priesterliche Volk des Ressentiment par excellence, dem eine volkstümlich-moralische Genialität sondergleichen innewohnte: man vergleiche nur die verwandt-begabten Völker, etwa die Chinesen oder die Deutschen, mit den Juden, um nachzufühlen, was ersten und was fünften Ranges ist. Fragmente XI (1887) Umwertungsheft Die Unterwerfung der Herren-Rassen unter das Christenthum ist wesentlich die Folge der Einsicht, daß das Christenthum eine Heerdenreligion ist, daß es Gehorsam lehrt: kurz daß man Christen leichter beherrscht als Nichtchristen. Mit diesem Wink empfiehlt noch heute der Papst dem Kaiser von China die christliche Propaganda Umwertungsheft (1887-1888) ein Christ in Indien hätte sich der Formeln der Sankhya-Philosophie bedient, in China der des Laotse — darauf kommt gar nichts an — Christus als "freier Geist": er macht sich aus allem Festen nichts (Wort, Formel, Kirche, Gesetz, Dogmen) "alles, was fest ist, tödtet..." er glaubt nur ans Leben und Lebendige — und das "ist" nicht, das wird... Umwertungsheft (1988) Das Weib reagirt langsamer als der Mann, der Chinese langsamer als der Europäer... Der Mensch ist kein Fortschritt gegen das Thier: der Cultur-Zärtling ist eine Mißgeburt im Vergleich zum Araber und Corsen; der Chinese ist ein wohlgerathener Typus, nämlich dauerfähiger als der Europäer... Bescheiden, fleißig, wohlwollend, mäßig, voller Friede und Freundlichkeit: so wollt ihr den Menschen? so denkt ihr euch den guten Menschen? Aber was ihr damit erreicht, ist nur der Chinese der Zukunft, das "Schaf Christi", der vollkommene Socialist... Götzen-Dämmerung (1889) Die Verbesserer der Menschheit Die Moral der Züchtung und die Moral der Zähmung sind in den Mitteln, sich durchzusetzen, vollkommen einander würdig: wir dürfen als obersten Satz hinstellen, daß, um Moral zu machen, man den unbedingten Willen zum Gegentheil haben muß. Dies ist das große, das unheimliche Problem, dem ich am längsten nachgegangen bin: die Psychologie der "Verbesserer" der Menschheit. Eine kleine und im Grunde bescheidne Thatsache, die der sogenannten pia fraus, gab mir den ersten Zugang zu diesem Problem: die pia fraus, das Erbgut aller Philosophen und Priester, die die Menschheit "verbesserten". Weder Manu, noch Plato, noch Confucius, noch die jüdischen und christlichen Lehrer haben je an ihrem Recht zur Lüge gezweifelt. Sie haben an ganz andren Rechten nicht gezweifelt ... In Formel ausgedrückt dürfte man sagen: alle Mittel, wodurch bisher die Menschheit moralisch gemacht werden sollte, waren von Grund aus unmoralisch... Die Arbeiter-Frage. - Die Dummheit, im Grunde die Instinkt-Entartung, welche heute die Ursache aller Dummheiten ist, liegt darin, daß es eine Arbeiter-Frage giebt. Über gewisse Dinge fragt man nicht: erster Imperativ des Instinktes. - Ich sehe durchaus nicht ab, was man mit dem europäischen Arbeiter machen will, nachdem man erst eine Frage aus ihm gemacht hat. Er befindet sich viel zu gut, um nicht Schritt für Schritt mehr zu fragen, unbescheidner zu fragen. Er hat zuletzt die große Zahl für sich. Die Hoffnung ist vollkommen vorüber, daß hier sich eine bescheidene und selbstgenügsame Art Mensch, ein Typus Chinese zum Stande herausbilde: und dies hätte Vernunft gehabt, dies wäre geradezu eine Nothwendigkeit gewesen. Fragmente XI (1889) Umwertungsheft 1887-1888 ein Christ in Indien hätte sich der Formeln der Sankhya-Philosophie bedient, in China der des Laotse — darauf kommt gar nichts an — Christus als "freier Geist". Der Antichrist (1895) ..das erste Christenthum handhabt nur jüdischsemitische Begriffe (- das Essen und Trinken beim Abendmahl gehört dahin, jener von der Kirche, wie alles jüdische, so schlimm mißbrauchte Begriff). Aber man hüte sich darin mehr als eine Zeichenrede, eine Semiotik, eine Gelegenheit zu Gleichnissen zu sehn. Gerade, daß kein Wort wörtlich genommen wird, ist diesem Anti-Realisten die Vorbedingung, um überhaupt reden zu können. Unter Indern würde er sich der Sankhyam-Begriffe, unter Chinesen der des Laotse bedient haben - und keinen Unterschied dabei fühlen... Das "Gesetz", der "Wille Gottes", das "heilige Buch", die "Inspiration" - Alles nur Worte für die Bedingungen, unter denen der Priester zur Macht kommt, mit denen er seine Macht aufrecht erhält, - diese Begriffe finden sich auf dem Grunde aller Priester-Organisationen, aller priesterlichen oder philosophisch-priesterlichen Herrschafts-Gebilde. Die "heilige Lüge" - dem Confucius, dem Gesetzbuch des Manu, dem Muhamed, der christlichen Kirche gemeinsam: sie fehlt nicht bei Plato. "Die Wahrheit ist da": dies bedeutet, wo nur es laut wird, der Priester lügt ... …das erste Christenthum handhabt nur jüdischsemitische Begriffe (- das Essen und Trinken beim Abendmahl gehört dahin, jener von der Kirche, wie alles jüdische, so schlimm mißbrauchte Begriff) Aber man hüte sich darin mehr als eine Zeichenrede, eine Semiotik, eine Gelegenheit zu Gleichnissen zu sehn. Gerade, daß kein Wort wörtlich genommen wird, ist diesem Anti-Realisten die Vorbedingung, um überhaupt reden zu können. Unter Indern würde er sich der Sankhyam-Begriffe, unter Chinesen der des Laotse bedient haben - und keinen Unterschied dabei fühlen. Adrian Hsia [zu Zitaten aus dem Nachlass] : In describing the Chinese customs, Nietzsche characterized the Chinese as an old race which is clever, miserly, and cold. The Chinese were for him not only senile, but also cowardly, but then so were the Germans of the Reformation era. They were just the opposite of ‘Übermensch¨and could be considered 'reduced' or 'coastrated' human beings. In many ways, China served as the worst example of what Europa could become in the future. It was painted as a country where the capability to develop, and reason had been lost. Nietzsche emphasized that China was a country which had hardly changed in the last few thousand years. It was the home of mediocrity (Vermittelmässigung), chinesery (Chineserei), and slave mentality (sklavische Tugenden) where absolute submission and service were the highest virtues (Unterordnung, Pietät), Bedientenseele. Thus calling somebody a Chinese is meant to be an insult. Alternately, the Chinese were mere 'mechanical yea-sayers' and 'marionettes' who said and did whatever the master wanted. They were really hardworking ants instead of individuals. |
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| 1875 |
Friedrich Nietzsche bestellt : Lao-tse. Tao-te-king : der Weg zur Tugend und Confucius. Ta-hio : die erhabene Wissenschaft. Aus dem Chinesischen übersetzt und erklärt von Reinhold von Plaenckner [ID…
Friedrich Nietzsche bestellt : Lao-tse. Tao-te-king : der Weg zur Tugend und Confucius. Ta-hio : die erhabene Wissenschaft. Aus dem Chinesischen übersetzt und erklärt von Reinhold von Plaenckner [ID D4608, D4606]. Diese Bücher sind in seiner Bibliothek in Weimar nicht gefunden worden. Ta-hio leiht er an Marie Baumgartner, die ihm zurückschreibt, dass es ein ausserordentliches Buch sei, das sie lesen werde.
Er kauft : Hellwald, Friedrich Anton von. Culturgeschichte in ihrer natürlichen Entwciklung bis zur Gegenwart. (Augsburg : Lampart, 1874). Darin enthalten sind Beiträge über Asien, sowie über indische und chinesische Kulturen. Er liest dieses Buch nochmals 1881, 1882 und 1883. Er entleiht aus der Bibliobthek Basel : Müller, F. Max. Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft : Vier Vorlesungen im Jahre 1870 an der Royal Institution in London gehalten. (Strassburg : K.J. Trübner, 1874). Darin enthalten sind Beiträge über chinesische und japanische Religion. Er entleiht : Draper, John William. Geschichte der geistigen Entwickelung Europas. 2. durchges. und verb. Aufl. (Leipzig : O. Wigand, 1871. Darin enthalten sind Bemerkungen über indische Theologie und Buddhismus in China. |
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| 1881-1883 |
Friedrich Nietzsche liest : Hellwald, Friedrich Anton von. Culturgeschichte in ihrer natürlichen Entwciklung bis zur Gegenwart. (Augsburg : Lampart, 1874). Darin enthalten sind Beiträge über Asien,…
Friedrich Nietzsche liest : Hellwald, Friedrich Anton von. Culturgeschichte in ihrer natürlichen Entwciklung bis zur Gegenwart. (Augsburg : Lampart, 1874). Darin enthalten sind Beiträge über Asien, sowie über indische und chinesische Kulturen.
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| 1881-1882 | Friedrich Nietzsche vermerkt in seinem Tagebuch und in Die fröhliche Wissenschaft viele Eintragungen zur chinesischen Kultur. |
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| 1881 |
Friedrich Nietzsche bestellt beim Verleger : Katscher, Leopold. Bilder aus dem chinesischen Leben. [ID D13192]. Teilübersetzung von Gray, John Henry. China. [ID D13193].Er bestellt : Hellwald,…
Friedrich Nietzsche bestellt beim Verleger : Katscher, Leopold. Bilder aus dem chinesischen Leben. [ID D13192]. Teilübersetzung von Gray, John Henry. China. [ID D13193].
Er bestellt : Hellwald, Friedrich Anton von. Die Erde und ihre Völker : ein geographisches Hausbuch. Bd. 1-2. (Stuttgart : W. Spemann, 1877-1878). Bd. 2 : Europa, Asien, Australien. Kaltbrunner, David. Der Beobachter : allgemeine Anleitung zu Beobachtungen über Land und Leute für Touristen, Exkursionisten und Forschungsreisende ; nach dem ‚Manuel du voyageur’. H. 1-4. (Zürich : Wurster, 1881). |
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| 1883 |
Friedrich Nietzsche liest und macht Anmerkungen in : Post, Albert Hermann. Bausteine für eine allgemeine Rechtswissenschaft auf vergleichend-ethnologischer Basis. Bd. 1-2. (Oldenburg : Schulze,…
Friedrich Nietzsche liest und macht Anmerkungen in : Post, Albert Hermann. Bausteine für eine allgemeine Rechtswissenschaft auf vergleichend-ethnologischer Basis. Bd. 1-2. (Oldenburg : Schulze, 1880-1881). Darin enthalten sind Hinweise auf asiatische und chinesische Kulturen.
Er liest : Peschel, Otto. Völkerkunde. (Leipzig : Duncker & Humblot, 1874). |
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| 1884-1888 |
Nietzsche, Friedrich. Der Wille zur Macht [ID D11905].Luo Wei : Nietzsche hofft in der sanftmütigen Denk- und Lebensweise der Chinesen, die eine innige Verbundenheit mit der Natur pflegt, ein Mittel…
Nietzsche, Friedrich. Der Wille zur Macht [ID D11905].
Luo Wei : Nietzsche hofft in der sanftmütigen Denk- und Lebensweise der Chinesen, die eine innige Verbundenheit mit der Natur pflegt, ein Mittel zu finden, das dem kulturellen Verfall Europas entgegenwirken könnte. Was Nietzsche an China bewundert, ist eine Naturverbundenheit, ein Einklang mit der Natur, worin der Konfuzianismus und Taoismus sich einig sind, obwohl seine Metapher der 'arbeitsamen Ameisen' alles andere als romantisch idyllisch gemeint war. |
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| 1887 | Friedrich Nietzsche liest und macht Anmerkungen in : Kohler, Josef. Das chinesische Strafrecht [ID D18217]. |
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| 1888 ca. |
Friedrich Nietzsche liest Kohler, Joseph. Das chinesische Strafrecht [ID D18217]. Er unterstreicht einige Sätze, die aber keinen direkten Zusammenhang mit China haben, so z.B. einen Satz über…
Friedrich Nietzsche liest Kohler, Joseph. Das chinesische Strafrecht [ID D18217]. Er unterstreicht einige Sätze, die aber keinen direkten Zusammenhang mit China haben, so z.B. einen Satz über Selbstmord.
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| 1902 |
Liang, Qichao. Jing hua lun ge min zhe jie de zhi xue shuo [ID D18278].Quellen : Kidd, Benjamin. Principles of Western civilisation. (New York, N.Y. : Macamillan, 1902). Kidd, Benjamin. Social…
Liang, Qichao. Jing hua lun ge min zhe jie de zhi xue shuo [ID D18278].
Quellen : Kidd, Benjamin. Principles of Western civilisation. (New York, N.Y. : Macamillan, 1902). Kidd, Benjamin. Social evolution. (New York, N.Y. : Macmillan, 1894). Liang Qichao schreibt : Heute gibt es in Deutschland zwei sehr einflussreiche Lehren : Die eine ist der Sozialismus Marx’, die andere der Egoismus Nietzsches. Nach Marx besteht das heutige soziale Übel darin, dass eine Mehrheit der Schwachen von der Minderheit der Starken unterdrückt werde. Mit Bündigkeit drückt Nietzsche das soziale Übel aus : eine Minderheit der Überlegenen sei von der Mehrheit der Unterlegenen gefesselt. Obwohl ihre beiden Theorien wohlbegründete Standpunkte hatten, richtete sich das Ziel beider auf die Gegenwart, ohne dass das Zukünftige berücksichtigt wurde. Die Bedeutung der Evolution besteht darin, dass eine Zukunft erzeugt wird. Was die Vergangenheit und Gegenwart betrifft, so machen sie nur einen Übergang aus. Wirft man einen Blick auf die heutigen Politiker und Sozialwissenschaftler und deren verschiedene Äusserungen, so ist dennoch festzustellen, dass ihr Hauptaugenmerk auf die Gegenwart gerichtet ist. Von der Zukunft ist kaum die Rede. Das ist schade. Yu Longfa : Literaturwissenschaftler waren sich sicher, dass Wang Guowei 1904 als erster Friedrich Nietzsche erwähnt hat, bis Chen Guying dies dementiert und Liang Qichao erwähnt, der Nietzsche zum ersten Mal in China bekannt gemacht hat. Liang beschreibt Nietzsche als eine grosse Persönlichkeit und beschreibt seinen Individualismus, der eine der beiden grössten Ideen in Deutschland darstelle. Diese frühen kurzen Bemerkungen bilden eine Grundlage für die spätere Nietzsche-Auseinandersetzung. Liang hat Nietzsche neben Karl Marx als einen der grössten deutschen Denker im 19. Jahrhundert angesehen. Er hat die Idee, dass die Rettung seines Landes die Vorstellung von einem verjüngten Nationalstaat voraussetzt. Von dieser Veraussetzung aus sieht er ‚den Kampf der Bevölkerung um das Überleben, der gemäss den Gesetzen der natürlichen Auslese und des Überlebens der Fähigsten nicht zu unterdrücken ist, als bewegende Kraft der modernen Geschichte an. Liangs Begegnung mit Nietzsche findet im wesentlichen im Rahmen des evolutionistischen Gedankengutes statt. Er plädiert dafür, dass man, auch ohne Umsturz des Herrscherhauses eine gesellschaftliche Revolution durchführen könne. Sein Einstieg in das Denken von Nietzsche erfolgte unter dem Einfluss der Nietzsche-Rezeption während der Meiji-Zeit in Japan. Raphael von Koeber hat 1897-1898 an der Universität Tokyo während einer Philosophie-Vorlesung auch Nietzsche behandelt. Die Äusserungen Liangs zeigen seinen Standpunkt, China sei für einen plötzlichen Wandel nicht bereit und eine konstitutionelle Monarchie sei der sicherste Weg zu Modernisierung und Wachstum, der mit dem Einfluss von Benjamin Kidd unmittelbar verbunden ist. In seiner Beurteilung von Marx kommt Liang zur Einsicht, dass Marx 'zwar den Menschen in Frage gestellt hat, aber keine Lösung zur Problematik des Menschen vorlegen konnte'. Was Nietzsche anbelangt, so bezeichnet er ihn als den ‚extremen Machtbefürworter, der im vorletzten Jahr durch geistige Krankheit gestorben war. Sein Einfluss erstreckte sich über ganz Europa, so dass die Welt von heute seine Lehre auch als eine neue Religion des 19. Jahrhuneerts bezeichnet. Aus Liangs Anmerkungen zum Evolutionismus wird deutlich, dass sein Haltung zu Nietzsche einseitig geprägt ist. Diese Einseitigkeit führt in zu der Behauptung, dass in Nietzsches Lehre von einer Zukunft kaum die Rede sei. Bezieht man sich hier auf den Begriff des Übergangs zwischen Vergangenheit und Gegenwart, so ist es offenkundig, dass dieser Übergangsbegriff einen Entwicklungsprozess darstellt, der parallel zu Nietzsches Konzept des zukünftigen Übermenschen verläuft, in dem Nietzsche die menschliche Entwicklung thematisiert, was Liang dabei aber nicht ins Auge fasste. Nietzsche lässt Zarathustra die Bedeutung des Menschen so ausdrücken : "Was gross ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist : was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist… Ich will die Menschen den Sinn ihres Seins lehren : welcher ist der Übermensch…" Der Übermensch im Sinne Nietzsches soll nach dem Tod Gottes als eine ideale Menschengestalt gelten. Liangs Behauptung, dass Nietzsches Lehre nur in Verbindung mit dem Gegenwärtigen, aber nicht mit dem Zukünftigen stehe, ist offensichtlich unhaltbar. Die Erwähnungen Liangs über Nietzsche haben keine nachhaltige Wirkung auf die chinesische Geisteswelt ausgeübt. Shao Lixin : Liang Qichao presented Kidd as the latest and greatest representative of the theory of evolution. He credited him for having supplied answers to the 'two most important questions in the world' which all other thinkers, including Marx and Nietzsche, failed to answer. What he presented was a simplicistic picture of Western thought : Marx stands for the collective interest of the majority of the current generation, Nietzsche for indiviudals and for an elite minority of the current generation, Benjamin Kidd for ‘future generations’ of mankind. It is obvious that, as an introduction to Kidd's thought, Liang's essay was a miserable failure. Howewer the essay cannot be dismissed as merely a piece of evidence pointing of the primitive status of the early Chinese reception of Western ideas. Nietzsche was described in the essay as representing individualism and as ‘an extremist advocate of the right of the strong’. Raoul David Findeisen : Im japanischen Exil hat Liang Qichao zunächst sozialdarwinistisches Gedankengut übernommen und die Welt als Schauplatz für einen Wettstreit der Nationen gesehen, sich aber gegen eine individualistische Interpretation des Sozialdarwisnismus gewandt und die Religion als geeignetes Korrektiv für egoistische Auswüchse betrachtet. Als er den Philosophen B. Kidd vorstellt, sieht er bei diesem eine Synthese zwischen humanistisch-altruistischen Gesellschaftmodellen, die sich auf den Indealismus zurückführen liessen und für die er Marx als Beispiel nennt, während er Nietzsche als Materialisten bezeichnet, dessen sozialdarwinistisch-egoistische Lehre in ganz Europa einflussreich ist und sich als fin-de-siècle-Religion bezeichnen lässt'. |
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| 1903-1904 |
Wang, Guowei. Wang Guowei wen ji [ID D18279]. Wang Guowei schreibt : The period from the summer of 1903 to the winter of 1904 is one when I kept the works of Schopenhauer as my companion. What…
Wang, Guowei. Wang Guowei wen ji [ID D18279].
Wang Guowei schreibt : The period from the summer of 1903 to the winter of 1904 is one when I kept the works of Schopenhauer as my companion. What particularly delighted me in his works was his epistemology, through which I could see Kant’s theory in a better light. With regard to his philosophy of human life, the acuteness of his observation and the sharpness of his comments did not fail to delight my heart and liberate my spirit. However, later I gradually found in it instances of contradiction. Although 'On the Dream', written last summer, was grounded in Schopenhauer, I raised huge questions about it in the fourth section. I also came to the realization that his ideas were born of his own subjective temperaments but had little to do with objective knowledge. I did not begin to give an exhaustive expression of this view until I wrote the article Schopenhauer and Nietzsche... Schopenhauer uses his penetrating perception and in-depth research to prove that the nature of man is will. The ideal of his ethics is the elimination of will. But whether or not will can be eliminated is an unanswerable question (for a critique of this ideal, see the fourth section of 'On the Dream of the Red Chamber'). Nietzsche also regards will as the nature of man, but has doubts about Schopenhauer’s ethical theory of the elimination [of the will]. He says that the desire to eliminate this will is also a will.15 The parenthetical note given here by Wang himself firmly establishes Nietzschean origin of Wang’s questioning of Schopenhauer’s ideal of deliverance in 'On the Dream'... Nietzsche applies it [Schopenhauer's aesthetics] to practical life. What is the law of morality to his overman is the law of sufficient reason [to Schopenhauer’s genius]. According to Schopenhauer, the law of sufficient reason is not merely of no use to a genius. A genius can be called such only because he departs from it in his perception of things. According to Nietzsche, the law of morality is not merely of no use to the overman. The characteristic of the overman is that he transcends morality in his actions. According to Schopenhauer, the greatest knowledge lies in the transcendence of the law of knowledge. According to Nietzsche, the greatest morality lies in the transcendence of the law of morality. A genius exists because his knowledge cannot be bounded. An overman exists because his will cannot be restricted... What Nietzsche calls the natural state is just the opposite of Rousseau['s view]. Rousseau loathes the evils of the class society and has sympathy for the misery of the oppressed. So he often cherishes in his mind the propositions of equality, liberty, and freedom from persecution. He believes that in their natural state all men were equal and had freedom. There was no difference between the noble and the humble and no distinction between the rich and the poor. Therefore, his doctrine of education centers on the return to nature. What Nietzsche calls the natural state is absolute inequality. He contends that there are only a small minority of masters (Herren) and a great majority of slaves (Knechte) living here on earth. The fundamental difference between these two groups cannot be bridged like a deep gulf. This difference is not merely the difference of classes, but also the difference of human kinds. |
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| 1904 |
Wang, Guowei. Shubenhua yu Nicai [ID D17705].Wang schreibt : [Schopenhauer und Nietzsche] besitzen beispielloses literarisches Talent. Damit verbreiten sie ihre Lehren. Sie faszinierten die ganze…
Wang, Guowei. Shubenhua yu Nicai [ID D17705].
Wang schreibt : [Schopenhauer und Nietzsche] besitzen beispielloses literarisches Talent. Damit verbreiten sie ihre Lehren. Sie faszinierten die ganze Welt und wurden zugleich zwiespältig beurteilt. Betrachtet man die Lehren beider Denker, so betonten sie den Vorrang des Willens. In der Lehre Schopenhauers finden sich Inspirationen für Nietzsche. Nietzsches Lehre entstammt im ganzen der Schopenhauers. Man sollte Nietzsche nicht als einen Gegner der Lehre Schopenhauers, sondern vielmehr als sein Fortsetzer sehen… Der normale Mensch nimmt etwas zu sich, wenn er Hunger und Durst hat. Um den Lebensdrang zu befriedigen, benötigt er Nachkommenschaft, wenn er alt wird. Sein Leiden ist das Leiden des Lebens… Der geniale Mensch, der mit dem stärkeren Willen und dementsprechenden grossen Verständnisvermögen ausgestattet ist, ist in der Lage, das zu wissen, was der normale Mensch nicht weiss. Er kann verlangen, was der normale Mensch nicht verlangen kann. Wille des Genies geht über Himmel und Erde hinaus. Er muss aber durch Körperlichkeit des Menschen eingeschränkt werden. Kausale Gesetze und Formen von Zeit- und Raumdimensionen, die von aussen kommen, behindern Verständnisvermögen des Genies. Unendliche Motivationen und nationale Moralgesetze, die von innen kommen, unterdrücken den Willen des Genies… Der Lehre Schopenhauers nach ist der Satz vom zureichenden Grunde dem Genie nicht nur in keiner Weise dienlich, eben die von jenem Satz freie Betrachtung der Dinge macht das Genie aus. Der Lehre Nietzsches nach ist das moralische Gesetz nicht nur von keinem Nutzen für den Übermenschen, das Handeln jenseits von Moral ist das Merkmal des Übermenschen. Laut Schopenhauer liegt die höchste Erkenntnis in der Überwindung der Erkenntnisgesetze, laut Nietzsche die höchste Moral in der Überwindung der moralischen Gesetze. Das Genie zeichnet sich aus durch uneingeschränktes Erkennen, der Übermensch durch uneingeschränktes Wollen. Schopenhauers geniale Leiden sind der Tag des Fronarbeiters, der Aristokratismus seiner Ästhetik sowie die Lehre von der Einheit des Willens in seiner Mataphysik die königliche Nacht desselben. Im Gegensatz dazu war Nietzsche, der die Genialität eines Schopenhauer besass, aber dessen metaphysichen Glauben nicht teilen konnte, ein Fronarbeiter bei Tag und bei Nacht, im Wachen sowie im Träume. Und so konnte er denn nicht anders, als sich seiner Last zu entledigen und die Umwerung aller Werte anzustreben. Was Schopenhauer im Traume zum Trost gereichte, er wollte es am hellichten Tage verwirklicht sehen. So ist es zu verstehen, dass Schopenhauers Lehren noch nicht in Widerstreit zur gewöhnlichen Moral gerieten, während Nietzsche hemmungslos gegen dieselbe rebellierte. Der Grund ist allein darin zu sehen, dass es für ihn keinen andern Weg des Trostes gab. Yu Longfa : Wang Guowei bezeichnet Schopenhauer und Nietzsche als grosse Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts und untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Lehren. Wang schreibt über die Lebensphilosophie von Schopenhauer und Nietzsche und versucht sich mit dem Willens-Begriff auseinanderzusetzen. Er bezeichnet sie als 'Genie der Welt, das mit starkem Willen und grosser Begabung in der geistigen Welt hoch stand und weitblickend war'. Die Betonung des starken Willens des Menschen und die Hocheinschätzung des Genies stellen Wangs Beschäftigung mit Nietzsche als seinen Schwerpunkt dar. Yu Longfa : Durch die Begegnung mit Schopenhauer, der sagte : Da nun der Mensch sich aber unter den schmerzreichen Umständen vorfinde, müsse er den Drang zum Leben überwinden, um die ihm einzig mögliche Ruhe zu erreichen, indem er sich selbst Askese und Abstinenz offenlege, führen diese dem Buddhismus ähnlichen Gedanken Wang Guowei zur Einsicht, dass der Weg zur Befreiung vom Leiden über das Sich-von-der-Welt-Zurückziehen und das Vernichten des Lebenswillens stattfindet. Wang stellt fest, dass 'die Aufgabe der Literatur darin besteht, das Leiden des Lebens darzustellen und dessen Befreiungswege aufzuzeigen. Das Ziel der Literatur ist, dass man in dieser vom Leiden gefesselten Umgebung dem Lebenswillen, den jeder hat, entsagt, um geistigen Frieden zu gewinnen'. Wang hat zwar Quellen des Leidens bei Schopenhauer gefunden, wo es heisst, man solle seinen Willen vernichten. Allerdings hat er ein sehr wichtiges Phänomen im Werk Schopenhauers vernachlässigt, nämlich : die Wirkung der Meditation der Kunst und vor allem der Musik. Wang hat auch Unebenheiten bezüglich der Frage nach der Vernichtung des Willens entdeckt, denn gerade der Wille zur Vernichtung des Willens sei, so Nietzsche, auch ein Wille. In diesem Sinne stellt er fest : "Dies ist eine Frage, die nicht zu beantworten ist, ob Vernichtung des Willens möglich ist oder nicht". Eine Lösung dieser Frage hat er bei Nietzsche gefunden, der im Gegensatz zu Schopenhauer dem Begriff Willen einen positiven Ausdruck verleiht : Wille zur Macht. In Bezug auf Nietzsches positive Haltung zum Begriff des Willens zur Macht geht Wang auf die Theorie des Genies ein. Nach ihm besteht ein Unterschied zwischen den Leiden des Genies und denen der normalen Menschen, wobei das Leiden sowohl im Inhalt wie auch im Ausmass verschieden ist. Dem normalen Menschen geht es im Leiden vorwiegend um sein Dasein, das die Grundbedürfnisse Trinken und Essen beinhaltet. In Wangs Sinne ist dies das kleine Leiden. Vom kleinen Leiden des normalen Menschen unterscheidet sich das schwere Leiden des Genies. Wang Guowei zieht die Schlussfolgerung : 'Je grösser das Genie ist, desto schwerer werden die Fesseln des Inneren und die Unterdrückung durch das Aussen, und desto tiefer wird sein Leid'. Aus der Sicht des geistigen Leidens des genialen Menschen sieht er in Nietzsches Lebensbejahung ein Verlangen nach Macht, das sich vom Verlangen nach Dasein des normalen Menschen unterscheidet. Er bezieht sich auf das Verlangen nach Macht auf Menschen, die sowohl körperlich, wie auch geistig anderen überlegen sind. Die Literatur ist bei Wang als die beste Massnahme gegen das Leiden in den Herzen zu betrachten. Zugleich ist die Literatur in der Lage, den längst unterdrückten Gefühlen Ausdruck zu gebe, das Leiden des Lebens darzustellen, um nach innerem Frieden zu suchen. Darüber hinaus befriedigt die Literatur Wünsche und Träume, die in der Realität nie zu erfüllen sind. Da er für sich Gefühl als Kraft des Verstehens beansprucht, wendet er sich von der Philosophie zur Literatur hin. He Lin : Wang Guowei kommt nach einem Vergleich der beiden Philosophen zur Schlussfolgerung, dass Nietzsche in seiner Frühzeit Schopenhauers Ideen total und unkritisch annahm und auch in seinen späten Jahren nicht von ihnen abwich. Nietzsches Übermensch-Theorien erwuchs aus der Anwendung der Genietheorie im ethischen Bereich. |
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| 1904 |
Wang, Guowei. Nicai shi zhi jiao yu guan [ID D2747].Wang schreibt : Nietzsche geht immer Gedanken nach, wie man die moderne Kultur verbessern und wie man den modernen Menschen erziehen könne. Solche…
Wang, Guowei. Nicai shi zhi jiao yu guan [ID D2747].
Wang schreibt : Nietzsche geht immer Gedanken nach, wie man die moderne Kultur verbessern und wie man den modernen Menschen erziehen könne. Solche Frage zu beantworten soll nach Nietzsches Meinung die Aufgabe von Philosophen sein. Der Philosoph ist ein Kulturbefehlender, Gesetzgebender und Zukunftszeigender. Dementsprechend wird Nietzsche von Kritikern auch als Kulturphilosoph bezeichnet… Nietzsches Denken ist oft mit Erziehungsproblemen verbunden. Im Vergleich zu anderen Philosophen geht es ihm in seinem Werk vielmehr um Erziehung. Gerade von diesem Gesichtspunkt aus könnte man nicht zu Unrecht Nietzsche einen erziehenden Philosphen nennen. Nur eine geringe Anzahl von grossen Persönlichkeiten steht hoch und blickt weit. Sie sind in der Lage, zahlreiche Massen zu beherrschen. Und diese dagegen müssen sich den Persönlichkeiten gegenüber treu und gehorsam verhalten, um sich ihnen zu unterwerfen. Dies gilt in den intellektuellen Kreisen als natürlicher Klassenunterschied und als heilige Ordnung. Der Versuch, diese Differenzierungen vergrössern zu wollen, war für Nietzsche gerade mit den dem Menschen innewohnenden ursprünglichen Trieben verbunden, die nur der Naturmensch besitzt. Die Herrscher sind berechtigt, eine Erziehung zu geniessen, während die Masse, der andere Menschentypus, kein Recht auf allgemeine Ausbildung hat. Nietzsches Philosophie greift die heutige Kultur an, die zum Verfallen und zur Vernichtung des Handelns des Menschen abgestempelt ist. Der ‚absolute Egoismus’ ist seine Lehre. Innerhalb der Gesellschaft gibt es nach der Ansicht Nietzsches Persönlichkeiten und Masse, die sich gegenüberstehen. Die Persönlichkeiten sind befähigt, Kultur zu schaffen, von daher haben sie Privilegien der Erziehung zu geniessen. Letztere existiert nur um der Persönlichkeiten willen, daher soll die Masse nur den Persönlichkeiten gehorsam bleiben. Man lässt sie nichts von Bildung wissen. Dies entspricht sinngemäss Konfuzius Aussage : "Das Volk kann nur zum Gebrauch gemacht, nicht in Kenntnis gesetzt werden", und widerspricht dem Geist der modernen Zeit. Natürlich bedarf jede Nation einer oder zwei grosser Persönlichkeiten, um ihre eigene Kultur umzugestalten. Aber dafür, dass sie in der Welt erscheinen, gibt es bestimmt eine Veranlassung. Es muss zuerst eine Gesellschaft gegeben sein, in der sich grosse Persönlichkeiten herausbilden können. Eine schwache Mutter kann nämlich kein gesundes Kind gebären… Ist diese Behauptung, dass die Bildung nicht auf Masse, sondern nur auf Persönlichkeit zu richten sei, in diesem Fall nicht einseitig ? Yu Longfa : Die erste grössere Verbreitung Nietzsches in China ist auf Wang Guowei zurückzuführen, der als erster auf der Grundlage der aus dem westlichen Gedankengut erworbenen Kenntnisse über die Literaturprinzipien Kritik an den literarischen Traditionen Chinas übte. Wang Guowei hat Nietzsche vornehmlich als Lehrer und Kulturkritiker betrachtet. Zur Vermittlung von Nietzsches Ansichten über die Erziehung gehört in Wangs Artikel zuerst die Behandlung des Gegenstands Erziehung an sich. Da er sich wie Nietzsche bewusst war, dass die Herrenklasse eine Minderheit ist, sollten gemäss Wang aus dem von ihm so genannten 'Bildungsbereich' ‚gewöhnliche Menschen’ ausgeschlossen werden. Die Kluft zwischen Herren und Knechten sei deshalb nicht zu überwinden, weil der Naturzustand, in dem die Menschen miteinander leben, die Ungleichheit von Menschen deutlich mache. Um diese Ungleichheit zu verdeutlichen, hat Wang einen Vergleich zwischen Rousseau und Nietzsche vorgenommen. Nach der Erläuterung von Rousseaus Ansichten über die Naturbildung macht Wang Guowei darauf aufmerksam, dass Nietzsche in der Politik wie in der Gesellschaft ein Gegner der Gleichheitslehre ist. Hinsichtlich der menschlichen Natur verweist er noch auf eine kämpferische Komponente im Menschen, die sich ebenfalls im Unterschied zwischen Herren und Knechten darstellt. Für Wang ist der Naturmensch Ausdruck des Beginns einer neuen Kultur, denn er hat dem Wesen nach dem Naturgesetz entsprechende Triebe in sich, die schöpferische Quellen freisetzen. Wang macht zum ersten Mal dem chinesischen Publikum den Begriff des 'Übermenschen' zugänglich. Unter dem Begriff des 'Übermenschen' ist bei Wang nichts anderes zu verstehen, als der durch die Eigenschaften 'Selbstachtung, Risikobereitschaft, Unnachgiebigkeit und Ichbezogenheit' gekennzeichnete Mensch. Shao Lixin : According to Wang Guowei, Nietzsche agrees with Schopenhauer in viewing the 'will' as the essence of existence, but he rejects the latter’s ethics that is based on the annulment of the 'will'. It appears to Nietzsche that the ‘will’ to annul the 'will' is still a 'will'. Nietzsche has developed his own ethics on the basis of Schopenhauer’s esthetics. Just as a Schopenhauerian genius is unrestrained by sufficient reason in his artistic creations, a Nietzschean superman is not bound by moral principles in his deeds. Wang Guowei found further evidence of kinship between the two philosophers when he compared the spirit’s three metamorphoses from So sprach Zarathustra with Schopenhauer’s remarks on the child-like character of genius. Schopenhauerian genius is like a child whose intellect has developed ahead of its other organs, especially its genitals, and who therefore is able to look at the world with pure objectivity ; similarly a Nietzschean superman-child enjoys complete freedom since he is motivated by a will unbridley by ethics... Thus both Schopenhauer and Nietzsche were seeking ultimate self-affirmation and self-expansion. The only difference is that Nietzsche was more aware of his real motive and was bold enough to give it full expression. The moral, Wang Guowei explained, is that a Schopenhauerian genius suffers just like the old slave awake in the daytime and Schopenhauer’s aesthetic elitism and his theory of the universal ‘will’ are nothing but the old slave’s dreams in the night. Compared with Schopenhauer, Nietzsche had a better grasp of reality. Raoul David Findeisen : Nach eingehender Lektüre von Schopenhauer, zunächst um Antwort auf persönliche Lebensfragen zu finden, dann mit dem Akzent auf dessen Ästhetik und ihrer Nutzanwendung auf die Literaturwissenschaft, war er von Schopenhauers Willensmetaphysik unbefriedigt und wandte sich Nietzsche zu. Bei einem Vergleich zwischen Schopenhauer und Nietzsche, die beide Modephilosophen seien und den Willen als Grundeigenschaft der menschlichen Natur betrachteten, kommt er zum Schluss, Nietzsche sei mit seinem Ideal des Übermenschen über die Genielehre und den 'Erkenntnisaristokratismus' Schopenhauers nicht hinausgegangen, sondern habe dessen erkenntnistheoretische und ästhetische Auffassungen lediglich auf die Ethik übertragen. Somit sei der Übermensch Verkörperung unbegrenzter Willensentfaltung, die moralische Wertvorstellungen überwindet, während Schopenhauers Genie die mittelbare Erkenntnis in der Erlösung durch die Kunst überwinde und zu unbegrenztem Wissen gelange. |
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| 1904 |
Wang, Guowei. Nicai shi zhi xue shuo [ID D18280].Wang Guowei schreibt : What Rousseau calls nature is very different in meaning from what Nietzsche calls instinct. What Rousseau calls a natural man…
Wang, Guowei. Nicai shi zhi xue shuo [ID D18280].
Wang Guowei schreibt : What Rousseau calls nature is very different in meaning from what Nietzsche calls instinct. What Rousseau calls a natural man cherishes the feeling of peace and harmony. What Nietzsche calls the instinctive mankind (i.e., natural man) is tough, cold, and ferocious. Considering this, Nietzsche’s theory is close to, not Rousseau’s, but Darwin’s. It is quite consistent with Darwin's theory of evolution. . . . As for Nietzsche, he says that the majority of the masses exist for the sake of the small number of great men; that is to say, the masses are but the preparation for great men. According to Nietzsche, the goal of mankind is to produce geniuses, whom he regards as the supreme model of mankind. The reason for man's existence and the purposes of all civilizations lies in this goal. |
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| 1906-1909 |
Lu Xun studiert am German Institute in Tokyo. In dieser Zeit beschäftigt er sich mit römischer und griechischer Mythologie, mit Friedrich Nietzsche, Charles Robert Darwin, Nikolai Wassil'evich Gogol,…
Lu Xun studiert am German Institute in Tokyo. In dieser Zeit beschäftigt er sich mit römischer und griechischer Mythologie, mit Friedrich Nietzsche, Charles Robert Darwin, Nikolai Wassil'evich Gogol, Anton Pavlovich Chekhov, interessiert sich für die Wissenschaft und befasst sich eingehend mit den möglichen Folgen einer Modernisierung Chinas nach westlichem Vorbild. Nebenbei nimmt er (1907) Russisch-Lektionen. Er verzeichnet (1906) in einem von ihm zusammengestellten Katalog 127 deutschsprachige Titel.
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| 1907 |
Wang, Guowei. San shi zi xu. [ID D18281].Wang schreibt : "Mein Körper ist schwach, ich bin auch sehr melancholisch. Ich hänge der Frage nach dem Sinn des Lebens des Menschen Tag für Tag nach". Als…
Wang, Guowei. San shi zi xu. [ID D18281].
Wang schreibt : "Mein Körper ist schwach, ich bin auch sehr melancholisch. Ich hänge der Frage nach dem Sinn des Lebens des Menschen Tag für Tag nach". Als Antwort auf diese Frage beschäftigt er sich intensiv mit Kant, Schopenhauer und Nietzsche. Über Kant schreibt er : "Kant hat mich bezüglich der Fragestellung des Leidens des Menschen angeregt und meine Ansprüche auf Wissen befriedigt". Infolge der Schwerverständlichkeit der Kritik der reinen Vernunft wendet er sich Schopenhauer zu. Besonders den Gedanken der Erlösung vom Leiden und das Schlüsselwort 'Wille' in Die Welt als Wille und Vorstellung finden bei Wang eine starke Resonanz und führen ihn zur Einsicht, dass der Wille das Grundprinzip für alle Erscheinungen darstellt. |
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| 1908 |
Lu, Xun. Mo luo shi li shuo = On the power of Mara poetry. [ID D26228]. [Auszüge].Lu Xun erwähnt George Byron, Percy Bysshe Shelley, Thomas Carlyle, William Shakespeare, John Milton, Walter Scott,…
Lu, Xun. Mo luo shi li shuo = On the power of Mara poetry. [ID D26228]. [Auszüge].
Lu Xun erwähnt George Byron, Percy Bysshe Shelley, Thomas Carlyle, William Shakespeare, John Milton, Walter Scott, John Keats, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe, Henrik Ibsen [erste Erwähnung], Nikolai Wassil'evich Gogol, Platon, Dante, Napoleon I., Ernst Moritz Arndt, Friedrich Wilhelm III., Theodor Körner, Edward Dowden, John Stuart Mill, Matthew Arnold, John Locke, Robert Burns, Aleksandr Sergeevich Pushkin, Adam Mickiewicz, Sandor Petöfi, Wladimir Galaktionowitsch Korolenko. Lu Xun schreibt : "He who has searched out the ancient wellspring will seek the source of the future, the new wellspring. O my brothers, the works of the new life, the surge from the depths of the new source, is not far off". Nietzsche... Later the poet Kalidasa achieved fame for his dramas and occasional lyrics ; the German master Goethe revered them as art unmatched on earth or in heaven... Iran and Egypt are further examples, snapped in midcourse like well-ropes – ancient splendor now gone arid. If Cathay escapes this roll call, it will be the greatest blessing life can offer. The reason ? The Englishman Carlyle said : "The man born to acquire an articulate voice and grandly sing the heart's meaning is his nation's raison d'être. Disjointed Italy was united in essence, having borne Dante, having Italian. The Czar of great Russia, with soldiers, bayonets, and cannon, does a great feat in ruling a great tract of land. Why has he no voice ? Something great in him perhaps, but he is a dumb greatness. When soldiers, bayonets and cannon are corroded, Dante's voice will be as before. With Dante, united ; but the voiceless Russian remains mere fragments". Nietzsche was not hostile to primitives ; his claim that they embody new forces is irrefutable. A savage wilderness incubates the coming civiliization ; in primitives' teeming forms the light of day is immanent... Russian silence ; then stirring sound. Russia was like a child, and not a mute ; an underground stream, not an old well. Indeed, the early 19th century produced Gogol, who inspired his countrymen with imperceptible tear-stained grief, compared by some to England's Shakespeare, whom Carlyle praised and idolized. Look around the worls, where each new contending voice has its own eloquence to inspire itself and convey the sublime to the world ; only India and those other ancient lands sit motionless, plunged in silence... I let the past drop here and seek new voices from abroad, an impulse provoked by concern for the past. I cannot detail each varied voice, but none has such power to inspire and language as gripping as Mara poetry. Borrowed from India, the 'Mara' – celestial demon, or 'Satan' in Europe – first denoted Byron. Now I apply it to those, among all the poets, who were committed to resistance, whose purpose was action but who were little loved by their age ; and I introduce their words, deeds, ideas, and the impact of their circles, from the sovereign Byron to a Magyar (Hungarian) man of letters. Each of the group had distinctive features and made his own nation's qualities splendid, but their general bent was the same : few would create conformist harmonies, but they'd bellow an audience to its feet, these iconoclasts whose spirit struck deep chords in later generations, extending to infinity... Humanity began with heroism and bravado in wars of resistance : gradually civilization brought culture and changed ways ; in its new weakness, knowing the perils of charging forward, its idea was to revert to the feminine ; but a battle loomed from which it saw no escape, and imagination stirred, creating an ideal state set in a place as yet unattained if not in a time too distant to measure. Numerous Western philosophers have had this idea ever since Plato's "Republic". Although there were never any signs of peace, they still craned toward the future, spirits racing toward the longed-for grace, more committed than ever, perhaps a factor in human evolution... Plato set up his imaninary "Republic", alleged that poets confuse the polity, and should be exiled ; states fair or foul, ideas high or low – these vary, but tactics are the same... In August 1806 Napoleon crushed the Prussian army ; the following July Prussia sued for peace and became a dependency. The German nation had been humiliated, and yet the glory of the ancient spirit was not destroyed. E.M. Arndt now emerged to write his "Spirit of the Age" (Geist der Zeit), a grand and eloquent declaration of independence that sparked a blaze of hatred for the enemy ; he was soon a wanted man and went to Switzerland. In 1812 Napoleon, thwarted by the freezing conflagration of Moscow, fled back to Paris, and all of Europe – a brewing storm – jostled to mass its forces of resistance. The following year Prussia's King Friedrich Wilhelm III called the nation to arms in a war for three causes : freedom, justice, and homeland ; strapping young students, poets, and artists flocked to enlist. Arndt himself returned and composed two essays, "What is the people's army" and "The Rhine is a great German river, not its border", to strengthen the morale of the youth. Among the volunteers of the time was Theodor Körner, who dropped his pen, resigned his post as Poet of the Vienne State Theater, parted from parents and beloved, and took up arms. To his parents he wrote : "The Prussian eagle, being fierce and earnest, has aroused the great hope of the German people. My songs without exception are spellbound by the fatherland. I would forgot all joys and blessings to die fighting for it ! Oh, the power of God has enlightened me. What sacrifice could be more worthy than one for our people's freedom and the good of humanity ? Boundless energy surges through me, and I go forth ! " His later collection "Lyre and sword" (Leier und Schwert), also resonates with this same spirit and makes the pulse race when one recites from it. In those days such a fervent awareness was not confined to Körner, for the entire German youth were the same. Körner's voice as the voice of all Germans, Körner's blood was the blood of all Germans. And so it follows that neither State, nor Emperor, nor bayonet, but the nation's people beat Napoleon. The people all had poetry and thus the poets' talents ; so in the end Germany did not perish. This would have been inconceivable to those who would scrap poetry in their devotion to utility, who clutch battered foreign arms in hopes of defending hearth and home. I have, first, compared poetic power with rice and beans only to shock Mammon's disciples into seeing that gold and iron are far from enough to revive a country ; and since our nation has been unable to get beyond the surface of Germany and France, I have shown their essence, which will lead, I hope, to some awareness. Yet this is not the heart of the matter... England's Edward Dowden once said : "We often encounter world masterpieces of literature or art that seem to do the world no good. Yet we enjoy the encounter, as in swimming titanic waters we behold the vastness, float among waves and come forth transformed in body and soul. The ocean itself is but the heave and swell of insensible seas, nor has it once provided us a single moral sentence or a maxim, yet the swimmer's health and vigor are greatly augmented by it"... If everything were channeled in one direction, the result would be unfulfilling. If chill winter is always present, the vigor of spring will never appear ; the physical shell lives on, but the soul dies. Such people live on, but hey have lost the meaning of life. Perhaps the use of literaure's uselessness lies here. John Stuart Mill said, "There is no modern civilization that does not make science its measure, reason its criterion, and utility its goal". This is the world trend, but the use of literature is more mysterious. How so ? It can nurture our imagination. Nurturing the human imagination is the task and the use of literature... Matthew Arnold's view that "Poetry is a criticism of life" has precisely this meaning. Thus reading the great literary works from Homer on, one not only encounters poetry but naturally makes contact with life, becomes aware of personal merits and defects one by one, and naturally strives harder for perfection. This effect of literature has educational value, which is how it enriches life ; unlike ordinary education, it shows concreteley a sense of self, valor, and a drive toward progress. The devline and fall of a state has always begun with is refusal to heed such teaching... [The middle portion of this essay is a long and detailed description of Lu Xun's exemplary Mara poets, including Byron, Shelley, Pushkin, Lermontov, Michiewicz, Slowacki and Petöfi]. In 18th-century England, when society was accustomed to deceit, and religion at ease with corruption, literature provided whitewash through imitations of antiquity, and the genuine voice of the soul could not he heard. The philosopher Locke was the first to reject the chronic abuses of politics and religion, to promote freedom of speech and thought, and to sow the seeds of change. In literature it was the peasant Burns of Scotland who put all he had into fighting society, declared universal equality, feared no authority, nor bowed to gold and silk, but poured his hot blood into his rhymes ; yet this great man of ideas, not immediately the crowd's proud son, walked a rocky outcast road to early death. Then Byron and Shelley, as we know, took up the fight. With the power of a tidal wave, they smashed into the pillars of the ancien régime. The swell radiated to Russia, giving rise to Pushkin, poet of the nation ; to Poland, creating Mickiewicz, poet of revenge ; to Hungary, waking Petéfi, poet of patriotism ; their followers are too many to name. Although Byron and Shelley acquired the Mara title, they too were simply human. Such a fellowship need not be labeled the "Mara School", for life on earth is bound to produce their kind. Might they not be the ones enlightened by the voice of sincerity, who, embracing that sincerity, share a tacit understanding ? Their lives are strangely alike ; most took up arms and shed their blood, like swordsmen who circle in public view, causing shudders of pleasure at the sight of mortal combat. To lack men who shed their blood in public is a disaster for the people ; yet having them and ignoring them, even proceeding to kill them, is a greater disaster from which the people cannot recover... "The last ray", a book by the Russian author Korolenko, records how an old man teaches a boy to read in Siberia : “His book talked of the cherry and the oriole, but these didn't exist in frozen Siberia. The old man explained : It's a bird that sits on a cherry branch and carols its fine songs”. The youth reflected. Yes, amid desolation the youth heard the gloss of a man of foresight, although he had not heard the fine song itself. But the voice of foresight does not come to shatter China's desolation. This being so, is there nothing for us but reflection, simply nothing but reflection ? Ergänzung von Guo Ting : Byron behaved like violent weaves and winter wind. Sweeping away all false and corrupt customs. He was so direct that he never worried about his own situation too much. He was full of energy, and spirited and would fight to the death without losing his faith. Without defeating his enemy, he would fight till his last breath. And he was a frank and righteous man, hiding nothing, and he spoke of others' criticism of himself as the result of social rites instead of other's evil intent, and he ignored all those bad words. The truth is, at that time in Britain, society was full of hypocrites, who took those traditions and rites as the truth and called anyone who had a true opinion and wanted to explore it a devil. Ergänzung von Yu Longfa : Die Bezeichnung Mara stammt aus dem Indischen und bedeutet Himmelsdämon. Die Europäer nennen das Satan. Ursprünglich bezeichnete man damit Byron. Jetzt weist das auf alle jene Dichter hin, die zum Widerstand entschlossen sind und deren Ziel die Aktion ist, ausserdem auf diejenigen Dichter, die von der Welt nicht sehr gemocht werden. Sie alle gehören zu dieser Gruppe. Sie berichten von ihren Taten und Überlegungen, von ihren Schulen und Einflüssen. Das beginnt beim Stammvater dieser Gruppe, Byron, und reicht letztlich hin bis zu dem ungarischen Schriftsteller Petöfi. Alle diese Dichter sind in ihrem äusserlichen Erscheinungsbild sehr unterschiedlich. Jeder bringt entsprechend den Besoderheiten des eigenen Landes Grossartiges hervor, aber in ihrer Hauptrichtung tendieren sie zur Einheitlichkeit. Meistens fungieren sie nicht als Stimme der Anpassung an die Welt und der einträchtigen Freude. Sobald sie aus voller Kehle ihre Stimme erheben, geraten ihre Zuhörer in Begeisterung, bekämpfen das Himmlische und widersetzen sich den gängigen Sitten. Aber ihr Geist rührt auch tief an die Seelen der Menschen nachfolgender Generationen und setzt sich fort bis in die Unendlichkeit. Sie sind ohne Ausnahme vital und unnachgiebig und treten für die Wahrheit ein… Nietzsche lehnt den Wilden nicht ab, da er neue Lebenskraft in sich berge und gar nicht anders könne, als ehrlich zu sein. So stammt die Zivilisation denn auch aus der Unzivilisation. Der Wilde erscheint zwar roh, besitzt aber ein gütmütiges Inneres. Die Zivilisation ist den Blüten vergleichbar und die Unzivilisation den Knospen. Vergleicht man jedoch die Unzivilisation mit den Blüten, so entspricht die Zivilisation den Früchten. Ist die Vorstufe bereits vorhanden, so besteht auch Hoffnung. Sekundärliteratur Yu Longfa : Lu Xun befasst sich zwar nicht ausführlich mit Friedrich Nietzsche, aber auf der Suche nach dem 'Kämpfer auf geistigem Gebiet', dessen charakteristische Eigenschaften, besonders die Konfiguration des Übermenschen, macht er ausfindig. Lu Xun ist überzeugt, dass die Selbststärkung eines Menschen und der Geist der Auflehnung kennzeichnend für den Übermenschen sind. In Anlehnung an den Übermenschen zitiert er aus Also sprach Zarathustra : "Diejenigen, die auf der Suche nach den Quellen des Altertums alles ausgeschöpft haben, sind im Begriff, die Quellen der Zukunft, die neuen Quellen zu suchen. Ach, meine Brüder, die Schaffung des neuen Lebens und das Sprudeln der neuen Quellen in der Tiefe, das dürft wohl nicht weit sein !" Tam Kwok-kan : Earliest reference to Henrik Ibsen. This is the first Chinese article that discusses in a comprehensive manner the literary pursuits of the Byronic poets. Lu Xun ranks Ibsen as one of these poets and compares the rebellious spirit exemplified in Ibsen's drama to Byron's satanic tendency. Lu Xun had a particular liking for the play An enemy of the people, in which Ibsen presented his ideas through the iconoclast Dr. Stockmann, who in upholding truth against the prejudices of society, is attacked by the people. Lu Xun thought that China needed more rebels like Ibsen who dared to challenge accepted social conventions. By introducing Ibsen in the image of Dr. Stockmann, the moral superman, together with the satanic poets, Lu Xun believed that he could bring in new elements of iconoclasm in the construction of a modern Chinese consciousness. As Lu Xun said, he introduced Ibsen's idea of individualism because he was frustrated with the Chinese prejudice toward Western culture and with the selfishness popular among the Chinese. Chu Chih-yu : Lu Xun adapted for the greater part of Mara poetry his Japanese sources (Kimura Katataro), he also added some of his own comments and speculations. Guo Ting : Given Lu Xun's leading position in the Chinese literary field at that time, his defense of Byron was powerful and set the overarching tone for the time of Byron when he was first introduced to Chinese readers. Liu Xiangyu : On the power of Mara poetry itself is an expression of Byronism to 'speak out against the establisment and conventions' and to 'stir the mind'. Lu Xun criticized traditional Chinese culture and literature. |
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| 1908 |
Lu, Xun. Po’e sheng lun [ID D18282].Lu Xun schreibt : Wenn wir die heute vertretenen gesamten Behauptungen ins Auge fassen, so können wir solche in zwei Arten gliedern : die eine besagt : Du solltest…
Lu, Xun. Po’e sheng lun [ID D18282].
Lu Xun schreibt : Wenn wir die heute vertretenen gesamten Behauptungen ins Auge fassen, so können wir solche in zwei Arten gliedern : die eine besagt : Du solltest Staatsbürger sein ; die andere heisst : Du solltest Weltbürger sein. Die einen fürchten, dass, wenn man sich nicht der Staatsbürgerschaft zuwendet, China in Unterjochung geraten werde ; die anderen machen sich aber Sorgen, dass man der [abendländischen] Zivilisation zuwiderlaufe, wenn man kein Weltmensch werden wolle. Bei genauer Betrachtung beider Auffassungen kann man schon feststellen, dass innerhalb solcher Meinungen – wenn auch ganz verschieden – das Ich zu verneinen ist, d.h. den Leuten ist hier nicht zumute, das Ich zu betonen und sich von anderen Menschen zu unterscheiden. Daraus ergibt sich offensichtlich, dass die Individualität unterdrückt wird. Kurzum, die Vertreter der Menschen als Staatsbürger sprechen über das Loswerden abergläubischer Vorstellungen, über Befürwortung von Aggression und Verpflichtungen gegenüber dem Staat. Was die zweite betrifft, so ist damit eine Befürwortung einer weltweit einheitlichen Sprache, mit Verzicht auf das eigene Land, mit der Suche nach einer gemeinsamen Welt gemeint. Die chinesische Elite bezeichnet die beiden Völker als ein Rätsel, aber ich halte sie für vorwärtsschreitende. Sie wollen die beschränkte, relative und gegenwärtige Welt loswerden, suchen aber nach einem unendlichen, absoluten Kosmos. Ein Mensch muss einen inneren Halt haben. Der keine innere Gewissheit besitzende Mensch ist in diesem Sinne kein vollkommener. Was Friedrich Nietzsche betrifft, so kritisierte er das Christentum. Indem er die Darwinistische Evolutionslehre benutzte, stellte er seine 'Übermensch-Theorie' auf. Auch wenn Nietzsche selbst diese Lehre als eine wissenschaftliche bezeichnete, war sie vom religiösen Glauben nicht weit entfernt. Das Ziel seiner Lehre bestand nicht darin, Glaube zu vernichten, sondern darin, ihn zu verwandeln. Dieser Gedanke ist bis heute noch nicht verbreitet. Yu Longfa : Lu Xuns Kritik basiert auf der Erkenntnis, dass der Einzelne das Wichtigste ist. Dass Wert auf eine Veränderung von Politik und Ökonomie gelegt werden könnte, ist ihm nicht bewusst. Vielmehr scheint ihm ein Appell an die Subjektivität des Menschen unentbehrlich zu sein. Er war der Auffassung, dass man zur Beherrschung der Welt nicht von der Veränderung eines politischen Systems ausgeht, weil das System einer Gesellschaft in Anbetracht seiner kollektiven Eigenschaften eines solchen Systems der Natur des Einzelnen zuwider handelt. Lu Xun benutzt den Begriff des Individuums Nietzschescher Prägung als Mittel zur Bekämpfung der 'bösen Stimmen' und setzt sich mit der seit einigen tausend Jahren dominierenden konfuzianischen Ideologie auseinander. |
Bibliografie (125)
| Jahr | Bibliografische Daten | Typ / Abkürzung | Verknüpfte Daten |
|---|---|---|---|
| 1881 | Nietzsche, Friedrich. Morgenröthe : Gedanken über die moralischen Vorurtheile. (Chemnitz : Schmeitzner, 1881). Darin enthalten sind Gedanken über die chinesische Philosophie. | Publication / Nie1 |
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| 1883 | Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : ein Buch für Alle und Keinen. (Chemnitz : Ernst Schmeitzner, 1883). | Publication / Nie3 |
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| 1884-1888 |
Nietzsche, Friedrich. Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe : Studien und Fragmente. (Leipzig : C.G. Naumann, 1901, 1906, 1911). (Nietzsche's Werke ; Bd. 7-13). [2., völlig…
Nietzsche, Friedrich. Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe : Studien und Fragmente. (Leipzig : C.G. Naumann, 1901, 1906, 1911). (Nietzsche's Werke ; Bd. 7-13). [2., völlig neugestaltete und verm. Ausg. (Leipzig : A. Kröner, 1911)]. Darin enthalten sind Gedanken über die chinesische Philosophie (1884-1888).
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Publication / Nie2 |
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| 1919 |
[Nietzsche, Friedrich]. Xin ou xiang, Shi chang zhi ying. Yanbing [Mao Dun] yi. In : Jie fang yu gai zhao ; vol. 1, no 6-7 (1919). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : Vom…
[Nietzsche, Friedrich]. Xin ou xiang, Shi chang zhi ying. Yanbing [Mao Dun] yi. In : Jie fang yu gai zhao ; vol. 1, no 6-7 (1919). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : Vom neuen Götzen, Von den Fliegen des Marktes [ID D].
新偶像市場之蠅 |
Publication / Nie36 | |
| 1920 |
[Nietzsche, Friedrich]. Chalatusitela de xu yan. Zhang Shudan yi. In : Min duo ; 15. Aug. (1920). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Zarathustra's Vorrede [ID D12465]. 差拉圖斯忒拉的序言 |
Publication / Nie81 | |
| 1920 |
[Nietzsche, Friedrich]. Zi ji yu zi shen zhi ren lei. Liu Wenchao yi. In : Min duo (15 Aug. 1920). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Menschliches,…
[Nietzsche, Friedrich]. Zi ji yu zi shen zhi ren lei. Liu Wenchao yi. In : Min duo (15 Aug. 1920). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Menschliches, Allzumenschliches. Bd. 1-2. (Chemnitz : E. Schmeitzner, 1878-1879).
自己與自身之人類 |
Publication / Nie173 | |
| 1920 |
Lusao san man bu. Yu Dafu yi. (Xianggang : Ren jian shu wu yin xing, 1989). [Geschrieben 1920].[Enthält ] : Dehmel, Richard. Wo liang de huang hun shi hou. Falke, Gustav. Qi dao. Rousseau,…
Lusao san man bu. Yu Dafu yi. (Xianggang : Ren jian shu wu yin xing, 1989). [Geschrieben 1920].
[Enthält ] : Dehmel, Richard. Wo liang de huang hun shi hou. Falke, Gustav. Qi dao. Rousseau, Jean-Jacques. Yi ge gu du man bu zhe de chen si. 盧騷三漫步 |
Publication / Nie296 |
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| 1922-1923 |
[Nietzsche, Friedrich. Zaladusitela zhe yang shuo. Mei yi. In : Guo feng ri bao ; no 1-10, 16-18, 26-31, 41-42, 44-45, 52-53, 81-103 (1922-1923). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach…
[Nietzsche, Friedrich. Zaladusitela zhe yang shuo. Mei yi. In : Guo feng ri bao ; no 1-10, 16-18, 26-31, 41-42, 44-45, 52-53, 81-103 (1922-1923). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : ein Buch für Alle und Keinen. (Chemnitz : Ernst Schmeitzner, 1883).
帀拉杜斯特拉這樣說 |
Publication / Nie166 | |
| 1925 |
[Nietzsche, Friedrich]. Zhe ren zhi ge yan. Bao Shoumei yi. In : Xue deng ; cuppl. Zu Shi shi xin bao (16-20 Mai 1925). [Übersetzung von Aphorismen von Friedrich Nietzsche]. 哲人之格言 |
Publication / Nie171 | |
| 1928 |
[Nietzsche, Friedrich]. Chalatusiqula chao. Nicai zhu ; Guo Moruo yi. (Shanghai : Chuang zao she, 1928). (Shi jie ming zhu xuan ; 11). Teil 1. Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach…
[Nietzsche, Friedrich]. Chalatusiqula chao. Nicai zhu ; Guo Moruo yi. (Shanghai : Chuang zao she, 1928). (Shi jie ming zhu xuan ; 11). Teil 1. Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : ein Buch für Alle und Keinen. (Chemnitz : Ernst Schmeitzner, 1883).
查拉圖司屈拉鈔 |
Publication / Guo13 |
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| 1930 |
Nietzsche, Friedrich. Chao ren de yi mian : Nicai gei Madame O. Luise de 7 feng xin. Yu Dafu yi. In : Bei xin ban yue kan ; vol. 4, no 1-2 (1930). [Friedrich Nietzsche]. 超人的一面 : 尼采給Madame O. Luise的七封信 |
Publication / Nie45 | |
| 1931 |
[Nietzsche, Friedrich]. Yu Huagena zhi jue jiao. Li Jinfa yi. In : Shanghai shi jie za zhi ; vol. 1, no 2 (June 1931). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Der Fall Wagner : ein Musikanten-Problem.…
[Nietzsche, Friedrich]. Yu Huagena zhi jue jiao. Li Jinfa yi. In : Shanghai shi jie za zhi ; vol. 1, no 2 (June 1931). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Der Fall Wagner : ein Musikanten-Problem. (Leipzig : C.G. Naumann, 1888). Nietzsche, Friedrich. Nietzsche contra Wagner. (Leizig : C.G. Naumann, 1895).
金發與華格納之絕交上海世界雜誌 |
Publication / Nie105 | |
| 1931 |
[Nietzsche, Friedrich]. Wo suo yi fan dui Huagena. Li Jinfa yi. In : Shanghai shi jie za zhi ; vol. 1, no 2 (1931). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Nietzsche contra Wagner. (Leizig : C.G.…
[Nietzsche, Friedrich]. Wo suo yi fan dui Huagena. Li Jinfa yi. In : Shanghai shi jie za zhi ; vol. 1, no 2 (1931). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Nietzsche contra Wagner. (Leizig : C.G. Naumann, 1895).
金發我所以反對華格納上海世界雜誌 |
Publication / Nie106 | |
| 1934 |
[Nietzsche, Friedrich]. Nicai di shi (jiu shou). Liang Zongdai yi. In : Wen xue ; vol. 3, no 3 (Sept. 1934). [Übersetzung von neun Gedichten von Nietzsche]. 尼采底詩 (九) |
Publication / Nie113 | |
| 1934 |
[Nietzsche, Friedrich]. Nicai jian lun ji. Yang Baiping yi. In : Ren min ping lun ; vol. 1, nos 48-53 (July-Sept. 1934). [Übersetzung von Aphorismen von Nietzsche]. 尼采簡論集一至六 |
Publication / Nie115 | |
| 1935 |
[Nietzsche, Friedrich]. Suluzhi yu lu. Nicai zhu ; Xu Hu [Xu Fancheng] yi. In : Shi jie wen ku ; no 8-11 (1935). = (Shanghai : Sheng huo shu dian, 1936). (Shi jie wen ku). = (Beijing : Shang wu yin…
[Nietzsche, Friedrich]. Suluzhi yu lu. Nicai zhu ; Xu Hu [Xu Fancheng] yi. In : Shi jie wen ku ; no 8-11 (1935). = (Shanghai : Sheng huo shu dian, 1936). (Shi jie wen ku). = (Beijing : Shang wu yin shu guan, 1992). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : ein Buch für Alle und Keinen. (Chemnitz : Ernst Schmeitzner, 1883).
蘇魯支語錄 |
Publication / Nie66 |
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| 1935 |
[Nietzsche, Friedrich]. Nicai zi zhuan. Fan Cheng [Xu Fancheng] yi. (Shanghai : Liang you gong si, 1935). (Liang you wen ku ; 4). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Ecce homo : wie man wird - was…
[Nietzsche, Friedrich]. Nicai zi zhuan. Fan Cheng [Xu Fancheng] yi. (Shanghai : Liang you gong si, 1935). (Liang you wen ku ; 4). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Ecce homo : wie man wird - was man ist. Hrsg. von Raoul Richter. (Leipzig : Insel-Verlag, 1908).
尼采自傳 |
Publication / Nie144 |
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| 1935 |
[Nietzsche, Friedrich]. Zaletushi zhi yan. Ma Junwu yi. (Shanghai : Shang wu yin shu guan, 1935). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : ein Buch für Alle und Keinen.…
[Nietzsche, Friedrich]. Zaletushi zhi yan. Ma Junwu yi. (Shanghai : Shang wu yin shu guan, 1935). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : ein Buch für Alle und Keinen. (Chemnitz : Ernst Schmeitzner, 1883).
札勒圖士之言 |
Publication / Nie167 | |
| 1935 |
[Nietzsche, Friedrich]. Zhao xia. Nicai zhu ; Xu Hu yi. (Shanghai : Shang wu yin shu guan, 1935). (Han yi shi jie ming zhu). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Morgenröthe : Gedanken über die…
[Nietzsche, Friedrich]. Zhao xia. Nicai zhu ; Xu Hu yi. (Shanghai : Shang wu yin shu guan, 1935). (Han yi shi jie ming zhu). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Morgenröthe : Gedanken über die moralischen Vorurteile. (Chemnitz : E. Schmeitzner, 1881).
朝霞 |
Publication / Nie168 |
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| 1935 |
[Nietzsche, Friedrich]. Zhao xia. Xu Fancheng yi. (Shanghai : Shang wu yin shu guan, 1935). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Morgenröthe : Gedanken über die moralischen Vorurteile. (Chemnitz :…
[Nietzsche, Friedrich]. Zhao xia. Xu Fancheng yi. (Shanghai : Shang wu yin shu guan, 1935). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Morgenröthe : Gedanken über die moralischen Vorurteile. (Chemnitz : E. Schmeitzner, 1881).
潮下 |
Publication / Nie170 |
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Sekundärliteratur (200)
| Jahr | Bibliografische Daten | Typ / Abkürzung | Verknüpfte Daten |
|---|---|---|---|
| 1904 |
[Wang, Guowei]. Nicai shi zhi jiao yu guan. In : Jiao yu shi jie ; Nr. 71 (1904). [Friedrich Nietzsches Ansichten über die Erziehung]. 尼采氏之學說 |
Publication / Wang5 | |
| 1904 |
Wang, Guowei. Shubenhua yu Nicai. In : Jiao yu shi jie (1904). [Schopenhauer und Nietzsche]. 叔本华与尼采 |
Publication / Schop6 |
|
| 1904 |
[Wang, Guowei]. Nicai shi zhi xue shuo. In : Jiao yu shi jie (1904). [Friedrich Nietzsches Theorien]. 尼采氏之學說 |
Publication / Nie18 | |
| 1904 |
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Xie, Wuliang. Deguo da zhe xue zhe Nicai zhi lüe zhuan ji xue shuo. Teil 1-2. In : Da zhong hua ; vol. 1, no 7-8 (July 1915). [Kurze Biographie und die Lehren des grossen deutschen Philosophen…
Xie, Wuliang. Deguo da zhe xue zhe Nicai zhi lüe zhuan ji xue shuo. Teil 1-2. In : Da zhong hua ; vol. 1, no 7-8 (July 1915). [Kurze Biographie und die Lehren des grossen deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche].
德國大哲學者尼采之略傳及學說 |
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Chen, Duxiu. Ren sheng zhen yi. In : Xin qing nian ; vol. 4, no 1 (1918). [Der wahre Sinn des Lebens ; Friedrich Nietzsche]. 人生真義 |
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Cai, Yuanpei. Da zhan yu zhe xue. In : Xin chao ; vol. 1, no 1 (1918). [Der Weltkrieg und die Philosophie ; Abhandlung über Nietzsche, Tolstoy, Kropotkin]. 大戰與哲學 |
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Fu, Sinian. Sui gan lu. In : Xin chao ; vol. 1, no 5 (1919). [Betr. Friedrich Nietzsche]. 隨感錄 |
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| 1919 |
[Nietzsche, Friedrich]. Xin ou xiang, Shi chang zhi ying. Yanbing [Mao Dun] yi. In : Jie fang yu gai zhao ; vol. 1, no 6-7 (1919). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : Vom…
[Nietzsche, Friedrich]. Xin ou xiang, Shi chang zhi ying. Yanbing [Mao Dun] yi. In : Jie fang yu gai zhao ; vol. 1, no 6-7 (1919). Übersetzung von Nietzsche, Friedrich. Also sprach Zarathustra : Vom neuen Götzen, Von den Fliegen des Marktes [ID D].
新偶像市場之蠅 |
Publication / Nie36 |