“Hermann Hesse und der chinesische Lyriker Li Tai Pe” (Publication, 2004)

← Zurück zu den Suchergebnissen

Jahr

2004

Typ

Publication

Text

Chen, Zhuangying. Hermann Hesse und der chinesische Lyriker Li Tai Pe. In : Literaturstrasse ; Bd. 5 (2004). (Hes36)

Mitwirkende (0)

Erwähnte Personen (1)

Themengebiete (4)

  • Anzeige Quellen
  • Epochen › China › Tang (618-906)
  • Literatur › China › Lyrik
  • Literatur › Westen › Deutschland

Chronologische Einträge (2)

Jahr Text Verknüpfte Daten
1915
Hermann Hesse liest Chinesische Novellen übertragen von Hans Rudelsberger [ID D11981] ; Chinesische Novellen übertragen von Paul Kühnel [ID D11982] ; Chinesische Abende übertragen von Leo Greiner [ID…
Hermann Hesse liest Chinesische Novellen übertragen von Hans Rudelsberger [ID D11981] ; Chinesische Novellen übertragen von Paul Kühnel [ID D11982] ; Chinesische Abende übertragen von Leo Greiner [ID D11983] ; Li Tai Pe. Nachdichtungen von Klabund [ID D2998].

Er schreibt in der Neuen Zürcher Zeitung ; Nr. 811 (1915) : Diese paar Bücher, deren jedes ein eigenes Stück China bringt und deutlich die Subjektivität seiner Auswahl spüren lässt, haben mich ungezählte Tage bschäftigt und unterhalten… Das doppelte Gesicht Chinas sieht mir daraus entgegen ; denn alles chinesische Wesen, vor allem alle chinesische Dichtung hat für mein Gefühl zwei Gesichter, zwei Seiten, zwei Pole. Die eine Seite ist eine stille, naive Gegenwärtigkeit, ein konservativ praktisches Verharren bei den Realitäten des täglichen Lebens, eine Achtung vor Leben, Gesundheit, Famlienglück, vor Gedeihen, Besitz, Reichtum in jeder Form...

Adrian Hsia : Die Bücher in Hesses Besitz enthalten eigenhändige Bemerkungen, bei Geschichten, die sich in anderen Ausgaben wiederholen, und zwar immer mit dem Namen des Übersetzers. Er stellt nicht unbedeutende Abweichungen fest.

Hesse schreibt über Li Bo : Bis heute ist Wesen und Sinn der chinesischen Lyrik dem Westen noch ebenso fremd wie Wesen und Sinn der chinesischen Malerei.
1920
Hesse, Hermann. Klingsors letzter Sommer : Erzählungen. (Berlin : S. Fischer, 1920).Adrian Hsia : Klingsor nennt sich selbst Li Tai Po [Li Bo] und sein Freund Hermann nennt sich Thu Fu [Du Fu]. Nicht…
Hesse, Hermann. Klingsors letzter Sommer : Erzählungen. (Berlin : S. Fischer, 1920).
Adrian Hsia : Klingsor nennt sich selbst Li Tai Po [Li Bo] und sein Freund Hermann nennt sich Thu Fu [Du Fu]. Nicht nur der Dichter Hermann, sondern auch Klingsor ist Hesse… Sie stehen für die Polaritäten der Psyche Hesses. Die Beschreibung von Li in Die chinesische Flöte von Hans Bethge [ID D11977], die Hesse 1907 gelesen hat, entspricht vollständig dem Wesen Klingsors. Auch er ist ein Trinker und Abenteurer. Beide fühlen sich von der Schönheit der Welt angezogen – Li hat sie im Gedicht wiedergegeben, während Klingsor sie malt. Dabei kreisen beider Gedanken um die Vergänglichkeit…

Chen Zhuangying : Li Tai Pes [Li Bo] Gedichte, die einen Grundton des ewigen Schwmerzes und der Trauer enthalten, stossen bei Hesse auf grosse Resonanz. Auch in der Persönlichkeit des Dichters fühlt sich Hesse mit Li Tai Pe [Li Bo], dem von frustrierender und resignierender Lebenseinstallung tief geprägten chinesischen Lyrikers, identisch. Beide sind traditionsmissachtende, unbändige Aussenseiter, gescheiterte Ehemänner, besitzen eine sich stets nach Freiheit und Unruhe sehnende Natur, die jegliche Anpassung an das bürgerlich-gesellschaftliche Leben unmöglich macht. Li Tai Pe, der ewige Trinker, trinkt, um seine Schwermut zu betäuben ; Klingsor, der leidenschaftliche Maler zecht, weil er die gleiche Schwermut zu überwinden hat.

Zitiert von (1)

Jahr Bibliografische Daten Typ / Abkürzung Verknüpfte Daten
2000- Asien-Orient-Institut Universität Zürich Organisation / AOI