| # | Year | Text |
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| 1 | 1943-1945 |
Woodbridge Bingham dient im 2. Weltkrieg in der U.S. Naval Reserve, der Naval Intelligence und in den Office of Strategic Services.
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| 2 | 1943-1945 |
Earl H. Pritchard ist während des 2. Weltkriegs Analytiker der military intelligence und zuständig für die Untersuchung des japanischen Transport Netzwerkes in China und Japan.
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| 3 | 1943-1945 |
Earl Swisher nimmt im 2. Weltkrieg in der Marine im Pazifik teil.
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| 4 | 1943 |
Gründung der Chinese Language School, des späteren Institute of Far Eastern Languages an der Yale University.
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| 5 | 1943-1945 |
John DeFrancis ist Instructor in Chinese an der Intelligence Service School der Yale University, New Haven Conn.
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| 6 | 1943 |
Hesse, Hermann. Das Glasperlenspiel. (Zürich : Fretz & Wasmusth, 1943).
Adrian Hsia : Das Sinnliche des Glasperlenspiels ist die Ideographie. Aber was ist der Geist der abendländischen und chinesischen Musik, der eins der wichtigsten Bestandteile des Glasperlenspiels ausmacht ? Die klassische Musik gibt dem Glasperlenspiel die tragische, aber zugleich tapfere und heitere Würde : Die Tragik des Menschengeschicks muss mit einem Trotzdem, mit dem Todesmut und mit einen Klang von übermenschlichem Lachen bejaht werden. Die chinesische Musik dagegen verbindet das Glasperlenspiel mit dem Ursprung des Seins. Im alten China soll die Musik in Tao wurzeln, das Yin und Yang enthält, die alles erzeugt haben. Zugleich sei die Musik auch die Seele des Volkes. Wenn die Musik den oberen Gesetzen des Tao folge, so sei sie vollkommen, und demzufolge herrsche auch Harmonie in der Welt, im Kosmos und unter den Menschen ; auch die Leidenschaft befinde sich auf der Bahn zur Selbstvervollkommnung und zu Tao, das Rechte dominiere. Denn nach Konfuzius stellt die Musik die höchste Stufe der Sittlichkeit dar. Wer das rechte Wesen der Musik erfasst, der erkennt auch den Weg zu Tao, dem Weltsinn… Die Meditation ist zwar der letzte Bestandteil, der in das Glasperlenspiel aufgenommen wurde, doch ist sie zusammen mit der Musik die Hauptsache des Ganzen geworden. Sie verleiht dem Glasperlenspiel die Wendung zum Religiösen und gibt ihm eine 'Seele'…Die Meditation ist nach wie vor eine Atemübung, verbunden mit der Konzentration auf eine bestimmte Vorstellung. Die Versenkung ist für das Glasperlenspiel notwendig, weil sie nicht nur die Ideogramme vor Entartung bewahrt, sondern auch der Weg aus der Vielfalt zur Einheit, zu Tao, der Urquelle alles Seins und Werdens ist… Das Glasperlenspiel wird erst durch Knechts intensives Studium der chinesischen Klassikers, besonders des Buches Yi jing ermöglicht… Die Analogie zwischen dem Glasperlenspiel und dem System des Yi jing, aus dem auch das Schema des Hausbaus abgeleitet wurde, ist offensichtlich. Beide bedienen sich einer Ideographie, und beide wurzeln in der Idee der Einheit und Harmonie… Es bestehen grundlegende Unterschiede zwischen dem System des Yi jing und dem des Glasperlenspiels. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Wandlungen, die das uralte chinesische System des Yi jing ausdruckt, dem Tao unterworfen sind, während das Glasperlenspiel nicht mehr den Geist an sich darstellen will, sondern zum Abstraktum des Geistes geworden ist. Nach Beendigung des Glasperlenspiels, steigt Konfuzius höher in der Achtung Hesses. Liu Weijian : Für das Leben eines Glasperlenspielers ist die Musik ein wichtiger Bestandteil. Die Entstehung und Bedeutung dieser Musik versucht Hesse durch Zitate aus Frühling und Herbst des Lü Bu Wei [ID D1694] im taoistischen Sinne zu erklären… Der Gedanke, dass die Musik Ausdruck der Harmonie der Polarität von Yin und Yang ist und dass deren Verlust der Harmonie auf soziale Disharmonie hinweist, lässt sich auch auf Zhuangzi zurückzuführen… Die Vereinigung von Yin und Yang ist bei Knecht nicht nur eine persönlich angestrebte Synthese, er versucht sie auch in der Welt zu verwirklichen. Als meisterhafter Glasperlenspieler begnügt er sich nicht damit, nur eine Synthese des Geistes herzustellen, er fühlt sich zugleich vor die Aufgabe gestellt, eine Einheit von Welt und Geits, von Yin und Yang durch den Dienst an der Menschheit zu realisieren und dabei sein Selbst zu vervollkommnen. Gerwig Epkes : Das Glasperlenspiel ist Hesses Verarbeitung des Yi jing. Um ein Lebensglück zu erlangen, muss der Spieler ein Verhalten zeigen, welches an Hesses Reaktionsbildung auf seinen Vaterhass erinnert. Statt Ich-Erweiterung und Entscheidungskompetenz soll er Selbstverzicht üben. So ist Hesses Glasperlenspiel ein Fluchtweg aus der Dialektik von Schuld und Sühne. |
| 7 | 1943-1946 |
Otto van der Sprenkel studiert Chinesisch und ist Lecturer in History an der School of Oriental and African Studies der University of London.
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| 8 | 1943 ca.-1945 ca. |
J.I. Crump nimmt am Army Specialized Training Program der Harvard University teil, wo er Chinesisch studiert und geht nachträglich nach Indien.
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| 9 | 1943-1945 |
John S. Service ist Political Officer im Stab von Joseph W. Stilwell. Er nimmt an der Dixie Mission in Yan'an teil.
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| 10 | 1943-1949 |
Tsou Tang ist Mitarbeiter des Republic of China’s Consulate General in Chicago.
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| 11 | 1943-1945 |
Teng Ssu-yü ist Assistant Professor of Chinese History and Language an der University of Chicago und Leiter der Far Eastern Library.
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| 12 | 1943-1945 |
Laurence G. Thompson ist im 2. Weltkrieg Japanisch-Übersetzer des U.S. Marine Corps im Süd-Pazifik.
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| 13 | 1943-1945 |
A. Doak Barnett dient im 2. Weltkrieg in der United States Marines im Pazifik.
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| 14 | 1943 |
George E. Taylor wird amerikanischer Bürger.
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| 15 | 1943-1946 |
Liang Shiqiu ist Professor am Social Education College, Chongqing.
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| 16 | 1943 |
Luo Guanzong promoviert an der Fudan Universität in Shanghai.
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| 17 | 1943-1954 |
Thomas Mann liest und schreibt in sein Tagebuch über den Bürgerkrieg in China, Chiang Kai-shek und Mao Zedong. (1943-1945, 1948, 1950, 1954). 1952 liest er über die 'Verfolgungen' von Owen Lattimore.
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| 18 | 1943-1944 |
Seghers, Anna. Chinas Schlachtgesang : Betrachtungen zum Buch von Agnes Smedley. In : Alemania libre, Mexico ; no 3 (1943/44).
Seghers schreibt : Das Buch ist auch nie entrückt oder enfremdet durch die Ereignisse dieser Tage, die jedes nebensächliche Thema ausschalten würden. Die Fragen des Buches sind nur noch brennender geworden, jetzt wo alle Fragen um die zweite Front gerade uns Europäer zutiefst beunruhigen. Denn, wo ein wesentliches Thema angeschlagen wird, kann es wohl eine zeitlang beschattet werden, aber es muss in den entscheidenden Momenten in aller Klarheit und Schroffheit wieder zu Tage treten. Ein solches Thema ist China : Die erste grandiose Episode im Weltkrieg gegen den Faschismus, da vielleicht jetzt die entscheidende letzte begonnen hat… Auf mich, die ich das Land [China] nicht kenne, hat das Buch gewirkt wie ein Niederschlag des Gefühls, das die Smedley bewegte, als sie am Tage der Kriegserklärung an Japan die chinesischen Massen an sich vorbeiziehen sah. Ich war nie fähig, den Eindruck völlig wiederzugeben, den sie auf mich machten… [Veränderter Text aus Verwirklichung] : Die Kuomintang [Guomindang] war längst zum Werkzeug der alten Feudalfamilien und neuen Bankiers geworden. Agnes Smedley zeigte das ganze widerliche Gemisch von Feudalismus und Kapitalismus. Sie schilderte ihren Besuch in einem vornehmen Gutshaus. Die Töchter gehen auf die amerikanische Schule. Das Tischgespräch ist englisch. Es klirrt dabei aus einer Ecke der weiten, düsteren Halle. Das sind die Ketten gefangener Bauern, die dieser Gutsherr der Polizei übergibt, weil sie mit der Pacht im Rückstand liegen… Albrecht Richter : Leseerlebnis und die eigene Beziehung zu China und seinen Menschen aktivieren hier jene Elemente des China-Bilder von Anna Seghers : die starke Affinität der Autorin zu China und „Chinesischem“, die Bewunderung für die chinesischen Menschen angesichts ihrer „revolutionären Geschlossenheit“ und die Fasziniertheit von der Grossartigkeit und Ursprünglichkeit dieses fernen Landes… ihr unvermindert starkes Interesse an China, insbesondere an dessen innen- und aussenpolitischer Situation… Die in diesem Text nachweisbare Parteinahme Anna Seghers für die Schwachen, Entrechteten und Armen, ermöglicht eine Re-Transformation des Kontrastes Arm / Reich auf das Verhältnis Eigenes / Fremdes und legt als ihre weltanschauliche Botschaft folgendes frei : Hinter äusserlicher Zivilisiertheit und Kultur der Reichen verbirgt sich grausame Menschenverachtung. Inhumanes, Barbarisches erscheinen als Bestandteile feudalistischer, kapitalistischer Gesellschaftsstrukturen. |
| 19 | 1943 |
Xu Chi. [Lobgesang auf Rilke]. In : Shi yu cao wen yi ; H. 1 (1943).
Xu Chi schreibt : Durch Rilke verstehe ich das Glück meiner Kindheit, das Glück der Liebe, die Liebenswürdigkeit der Frauen, Glück der Einsamkeit und erkenne ich den wertvollsten Teil meiner Gefühle… Ohne Gefühle ist die Menschheit keine Menschheit mehr. Daher besang Rilke die gereinigten menschlichen Gefühle. Aber gerade deswegen könnte er ignoriert und sogar getadelt werden. Was er anstrebte, war nicht die reine Vernunft, was er besaß, waren reine Gefühle, reine und tiefe Gefühle. Falls das der Grund ist, warum Rilke ignoriert und getadelt wurde, dann würde er auch deswegen nach und nach immer mehr verstanden und geliebt werden ... Wir denken an die größten Dichter des 20. Jahrhunderts, Lorca von Spanien und Rilke von Deutschland. Der erstere, der nicht über den spanischen Krieg geschrieben hat, wurde von Faschisten ermordet. Der letztere, der eine würdevolle ruhige Haltung zum Weltkrieg bewahrte, wurde seines Passports und seiner Müchener Wohnung beraubt, so daß er schrieb. ,Meine Aufenthaltserlaubnis wird in ein paar Tagen ablaufen... die bayerische Regierung begrüßt 'Fremde' nicht... Ich werde bald einen tschechischen Passport haben... wenn ich nach Paris komme, werde ich verhungern... die gleichen Schwierigkeiten hindern mich, nach Italien zu fahren ... Drei Jahre im Exil lassen seine würdevolle Ruhe reifen und er schrieb Die Duineser Elegien'. Das ist ein Teil seines Blutes, seines Blickes, seiner Geste, auch ein Teil der gereinigten menschlichen Gefühle, auch ein innerer, nicht zu entdeckender Teil im Körper unseres Lesers. |
| 20 | 1943 |
[Storm, Theodor]. Chi kai de qiang wei [ID D15282]
Ba Jin schreibt im Nachwort : Vor zehn Jahren, als ich anfing, Deutsch zu lernen, lernte ich Späte Rosen von Storm auswendig. Später las ich seinen Immensee. Die chinesische Übersetzung von Immensee hatte ich schon vor zwanzig Jahren in der Heimat gelesen. Ich kann selbst keine Stormschen Werke schreiben, aber sein Stil gefällt mir sehr. Im vorvorletzten Jahr kaufte ich in Shanghai seine sämtlichen Werke, welche mir sehr wertvoll sind. Ich blättere oft darin, sooft ich Zeit habe. Obwohl ich bis heute die deutsche Sprache nicht gut genug beherrsche, aber ich habe auch einige Werke von Storm übersetzt, um zu lernen, wie man deutsche Bücher liest. In diesem Jahr lieh ich von einem Freund Im Sonnenschein von Storm, ich las abends immer einige Geschichten vor, wenn ich müde vom Schreiben war ; ab und zu übersetzte ich auch ein paar Abschnitte. So schaffte ich es doch, in einigen Monaten Immensee aus diesem Buch fertig zu übersetzen, auch einige andere kürzere Werke. Jetzt wähle ich Immensee und zwei andere aus zu einem Band. Es ist nicht mein Wunsch, sie zahlreichen Lesern vorzustellen. Aber dieser klare Stil, diese einfache Konstruktion und das reine Gefühl könnten manche strapazierte Seelen wahrscheinlich ein bisschen trösten. |